Industrie
RAG-Chef Müller plant Börsengang für Mitte 2007

Der Essener RAG-Konzern hat den geplanten Börsengang auf Mitte 2007 verschoben. Als einen Grund nannte der Vorstandsvorsitzende Werner Müller im "Tagesspiegel" (Montagausgabe) die Bundestagsneuwahl. Nun müssten bis Mitte 2006 die politischen Rahmenbedingungen festgeschrieben werden.

dpa-afx BERLIN. Der Essener RAG-Konzern hat den geplanten Börsengang auf Mitte 2007 verschoben. Als einen Grund nannte der Vorstandsvorsitzende Werner Müller im "Tagesspiegel" (Montagausgabe) die Bundestagsneuwahl. Nun müssten bis Mitte 2006 die politischen Rahmenbedingungen festgeschrieben werden. "Zu klären ist, wer die Lasten aus der Steinkohle übernimmt und wem die Erlöse aus dem Börsengang zufließen. Meine Vorstellung ist, dass beides in einer Hand sein sollte - Bund oder Land", sagte der frühere Bundeswirtschaftsminister.

Der Konzern werde bei dem ursprünglich ein Jahr früher geplanten Börsengang zunächst nicht zu 100 Prozent an der Börse platziert. Eine Trennung von einem der Geschäftsfelder Chemie, Immobilien und Stromerzeugung schloss Müller aus und sprach von einem Konzern "aus einem Guss in drei Säulen". Allerdings kämen auf die Mitarbeiter der RAG-Tochter Degussa nach der Abschreibung von 830 Mill. Euro wohl Einschnitte zu.

Müller sagte, gerade die Mischung des Konzerns sei attraktiv für Anleger, die gleichermaßen auf Dividenden und spekulative Gewinne setzten. Dieses Potenzial zeige sich auch schon im laufenden Geschäftsjahr. "Das operative Ergebnis bei Immobilien und Energie liegen deutlich über Plan, das von Degussa etwas unter Plan. Insgesamt wächst das operative Ergebnis gegenüber Vorjahr erfreulich", sagte Müller. Er rechne daher damit, "dass wir auch in der breiten Bevölkerung durchaus auf lebhafte Nachfrage stoßen werden".

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