REACH
Lackindustrie füchtet neue Verordnung

Wenn die europäische Chemikalienverordnung "REACH" verschärft wird, gefährdet dies die Zukunftstechnologie der deutschen Lackindustrie. Davon geht jedenfalls Der Präsident der Deutschen Lackindustrie, Peter Becker, aus.

HB STUTTGART. Becker sagte in einem Gespräch mit der Deutschen Presse- Agentur (dpa) in Stuttgart, dadurch werde die Weiterentwicklung der Nanotechnologie in der Lackindustrie deutlich gebremst. Deutschland sei heute neben den USA und Japan eines der drei weltweit führenden Länder in der Nanotechnologie bei Lacken. Diese Entwicklung, auf der große Hoffnungen der deutschen Industrie ruhten, dürfe nicht durch eine weitere Verschärfung der Verordnung behindert werden. Mit Hilfe der Nanotechnologie können etwa kratzfeste Autolacke erzeugt und wesentlich beständigere Schutzfarben als heute produziert werden.

Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hatte sich erst vor Kurzem für eine generelle Zulassungspflicht aller nanopartikelhaltigen Stoffe ausgesprochen. Dazu sagte Becker: „Wenn das Parlament dieser Forderung bei der abschließenden Beratung im November folgt, bedeutet das für die Nutzung dieser Zukunftstechnologie das wirtschaftliche Aus.“ Diese nachträgliche Verschärfung der Verordnung könne dazu führen, dass die zügige Weiterentwicklung von Nanolacken ins Stocken komme, befürchtet der Präsident der Lackindustrie. Für europäische Unternehmen würde die neue EU-Verordnung einen gravierenden Wettbewerbsnachteil auf dem Weltmarkt bedeuten.

Die Zulassung nach „REACH“ sollte nach dem Willen der EU ursprünglich für erkanntermaßen gefährliche Stoffe, wie PCP, Bleichromate oder Bleimennige gelten. Von der Nanotechnologie gingen aber keine Gefahren für die menschliche Gesundheit aus, sagte Becker. Da die Zulassung eines Stoffes nach der neuen Verordnung sehr zeit- und kostenaufwändig wäre, komme dies einer Diskriminierung einer Zukunftstechnologie gleich. Durch Beschichtungen mit Nanotechnologie könnten Brandgefahren in elektrischen Geräten gebannt werden. Auch selbstreinigende Beschichtungen seien möglich. Sie verbesserten vor allem die Fließfähigkeit von pulverigen Lacken. Die Nanotechnologie eröffne völlig neue Anwendungsmöglichkeiten für die Lackindustrie.

Die Nanotechnologie ist nach Beckers Worten einer der am stärksten wachsenden Bereiche innerhalb der deutschen Lackindustrie. Die Branche will bis zum Jahresende 2006 ihren Umsatz um gut vier Prozent steigern und damit erstmals fünf Milliarden Euro erlösen.

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