Rekord bei Umsatz und Gewinn
Salzgitter übernimmt Klöckner-Werke

Der Stahl- und Röhrenhersteller Salzgitter kauft von dem Duisburger Maschinen- und Anlagenbauer WCM die Mehrheit der Industrieholding Klöckner-Werke. Obendrein hat Salzgitter noch ein neues Rekordergebnis vorgelegt. Derweil gibt es mit Blick auf KlöCo neue Spekulationen.

HB HANNOVER. Mit WCM sei ein Vertrag über den Kauf von 78 Prozent der Anteile geschlossen worden, teilte Salzgitter am Donnerstag mit. Als Teil dieses Paketes gingen auch 71 Prozent der Anteile an der wie Klöckner zum insolventen WCM-Konzern gehörenden RSE Grundbesitz an Salzgitter. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Der Erwerb steht nach Angaben von Salzgitter noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Gremien der Vertragsparteien und der zuständigen Kartellbehörden.

Die Aktien von Salzgitter, die zunächst ausgesetzt wurden, legten nach Wiederaufnahme des Handels zunächst um fast drei Prozent auf 102 Euro zu, Papiere von Klöckner-Werke schossen um 22 Prozent auf 14 Euro nach oben.

Salzgitter steige mit Klöckner in einen weniger zyklischen Markt ein, begründete das Unternehmen aus der gleichnamigen niedersächsischen Stadt den Einstieg. Der Konzern stelle sich mit dieser Übernahme noch breiter auf. Die Akquisition werde für beide Unternehmen Zukunfts- und Synergiepotentiale erschließen, erklärte Salzgitter. Bislang ist der MDax-Konzern in den Bereichen Stahl, Röhren, Handel und Dienstleistungen aktiv. Eine Erhöhung des Klöckner-Anteils auf 100 Prozent sei aber nicht geplant. Der Salzgitter-Konzern, der für 2006 erneut ein Rekordergebnis vorgelegt hat, hat aus seinem Hunger nach Zukäufen nie einen Hehl gemacht und allein 3,5 Milliarden Euro Eigenkapital auf der hohen Kante. Das Unternehmen will auch den kanadischen Konkurrenten Algoma kaufen. Die Gespräche darüber sind aber noch in einem frühen Stadium.

WCM nutzt Geld zur Schuldentilgung

Der insolvente WCM-Konzern hatte die Klöckner-Werke und RSE schon seit längerem verkaufen wollen, um seine Schulden bei der HSH Nordbank zu tilgen, die mit der Versteigerung gedroht habe. Einzige wesentliche Beteiligung von WCM bleibt nun der Klinikbetreiber Maternus-Kliniken.

Die Klöckner-Werke AG ist eine Industrieholding mit weltweit agierenden Tochtergesellschaften. Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit liegt den Angaben zufolge bei der in Dortmund ansässigen KHS AG, die in Deutschland, den USA, Brasilien, Mexiko, Indien und in China Abfüll- und Verpackungsanlagen produziert. Weitere Aktivitäten sind im Bereich Maschinenbau sowie Roboter- und Automatisierungstechnik angesiedelt. Klöckner verbuchte 2006 einen Umsatz von über 870 Mill. Euro und beschäftigt gut 5000 Mitarbeiter.

Mit der Übernahme der Klöckner-Werke sei die Spekulation, Salzgitter könnte den Duisburger Stahlhändler Klöckner & Co (KlöCo) übernehmen, wohl vom Tisch, hieß es derweil auf dem Börsenparkett. Vereinzelt heißt es dafür nun, KlöCo könnte den Stahlhandelsbereich von Salzgitter übernehmen.

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