Renault-Dacia-Chef Schaible
„Wir wollen immer die Günstigsten sein“

Der rumänische Billighersteller Dacia gewinnt in Deutschland immer mehr Käufer. Im Interview spricht Achim Schaible, Chef von Renault und Dacia in Deutschland über die Wachstumspläne und neue Konkurrenz.
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Handelsblatt Online: Keine Automarke in Europa wächst derzeit schneller als Dacia. Sind Sie überrascht, dass Sie immer noch keine Konkurrenz in ihrem Segment haben?

Achim Schaible: Wir sind nicht überrascht, dass wir noch konkurrenzlos sind, weil dieses Konzept der Marke Dacia, wie wir es in Deutschland betreiben, nicht so einfach zu kopieren ist. Dacia ist ein Low-Cost-Produkt vom Reißbrett bis zum Endkunden. Darüber hinaus machen wir keine Versprechungen, die das Produkt oder die Marke nicht halten können. Wir bieten im jeweiligen Fahrzeugsegment immer das günstigste Fahrzeug an.

Daran wollen Sie festhalten, auch wenn neue Wettbewerber wie der chinesische Hersteller Qoros oder eine eventuelle Billigmarke von VW Sie herausfordern sollten?

Auf jeden Fall. Wir waren der erste Anbieter, der dieses Marktsegment besetzt hat. Wir haben auch die Marke parallel dazu entwickelt. Wir werden jetzt einfach mal beobachten, wie der Wettbewerb dieses Thema angeht. Wir werden sehen, mit welchen Produkten die Konkurrenz auf den Markt tritt.

Andere Fahrzeuge wie die A-Klasse von Daimler sind mit dem gleichen Motor unterwegs – verlangen aber ein Vielfaches des Preises. Verkauft die Konkurrenz ihre Neuwagen zu teuer?

Das würde ich so nicht sagen. Natürlich ist der Motor eine essentielle Komponente. Dennoch: Dacia ist die Konzentration auf das Wesentliche. Die Produkte des Wettbewerbs sind anders positioniert und sprechen eine andere Zielgruppe an.

Worin unterscheidet sich ihre Zielgruppe?

Natürlich kommen wir einem Trend in der Gesellschaft entgegen: Es gibt immer mehr Menschen, denen der Status, den ein Fahrzeug verkörpert, nicht mehr so wichtig ist, sondern die einfach auf Mobilität Wert legen, um von A nach B zu kommen. Da tritt das Statussymbol Auto in den Hintergrund. Genau dieses Bedürfnis des Kunden trifft die Marke Dacia.

Und damit lässt sich eine ausreichende Marge erzielen?

Das Entscheidende ist, dass das Auto wirklich als Low-Cost-Produkt konzipiert ist. Dann lässt sich damit auch Geld verdienen, und das gelingt uns im Renault-Konzern. Natürlich erschließen wir damit neue Kunden in den Wachstumsregionen der Welt, aber auch in Europa oder Deutschland.

Viele Konkurrenten steigern die Marge auch durch Sonderausstattungen. Sie auch?

Auch unsere Zusatzangebote werden angenommen. Die reine Basisvariante verkaufen wir nur selten. Auf Elemente, die einen gewissen Komfort bieten, wollen unsere Kunden nicht verzichten, wie beispielsweise elektronische Fensterheber, Klimaanlage oder ein Navigationssystem. Das ist aber immer die Wahl des Kunden.

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