Rohstoffe
Ölkonzerne gehen auf Opec-Länder zu

Der Preisverfall beim Rohöl sorgt für eine neue Kooperation zwischen den Ölmultis und den staatlichen Gesellschaften der Förderländer. Eine neuer Trend, den auch Marktbeobachter bestätigen.

WIEN/DÜSSELDORF. Der britisch-niederländische Shell-Konzern will wieder stärker auf die staatlichen Ölgesellschaften in den Förderländern zugehen und die Zusammenarbeit ausbauen. „Das ist eine extrem wichtige Partnerschaft“, sagte Vorstandschef Jeroen van der Veer am Mittwoch in Wien auf einer Fachtagung der Organisation erdölexportierender Länder (Opec).

In den vergangenen Jahren hatten sich die Kontakte zwischen Ölmultis und den Staatsunternehmen in den Förderländern merklich abgekühlt. Das Streben der Förderländer nach mehr Unabhängigkeit hatten die internationalen Ölkonzerne zum Teil mit der Verstaatlichung ihrer Anlagen bezahlen müssen. Besonders in Ländern wie Venezuela oder Libyen waren Shell, BP und Co. starkem Druck durch die nationalen Regierungen ausgesetzt.

Shell-Chef van der Veer sprach in Wien von einer „bemerkenswerten Veränderung“ in den vergangenen zehn Jahren. Opec-Förderländer und ihre Abnehmer würden jetzt in den Zeiten der Krise viel intensiver miteinander kooperieren. Unternehmen wie Shell könnten den staatlichen Gesellschaften in den Förderländern mit moderner Technologie helfen, um neue Ölfelder zu erschließen. Aufgrund des massiven Preisverfalls beim Rohöl während des vergangenen Jahres sind die Investitionen in neue Ölvorkommen drastisch zurückgegangen. Opec-Vertreter beklagten gestern in Wien, dass der aktuelle Ölpreis nicht mehr ausreiche, um die nötigen Investitionen zu finanzieren. „Mit 40 US-Dollar können wir keine neuen Projekte angehen“, sagte Opec-Generalsekretär Abdallah El-Badri. „Wir brauchen höhere Preise.“

Auch der Shell-Vorstandschef warnte davor, dass seine Branche zu wenig investiert. „Es ist nicht klar, ob wir zum Ende der aktuellen Wirtschaftskrise genügend Energie haben werden“, sagte er. Im Jahr 2013 werde die weltweite Ölnachfrage wahrscheinlich größer sein als heute.

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