Rückschlag für Automobilindustrie
Ratings von GM und Ford auf "Junk" gesenkt

Herber Schlag für General Motors und Ford: Die Rating-Agentur Standard & Poors hat am Donnerstag das Kredit-Rating beider Automobil-Unternehmen auf das berüchtigte Niveau so genannter „Schrottanleihen“ (Junkbonds) gesenkt. Die Aktien-Kurse brachen daraufhin deutlich ein.

HB DETROIT. Damit wird die Aufnahme neuer Kredite für die Unternehmen künftig deutlich teurer. Die Ratings der DaimlerChrysler-Papiere änderte S&P nicht. Diese würden nur dann gesenkt, wenn sich die Lage der Autoindustrie oder von Mercedes verschlechtere.

Bei GM und Ford sei zu befürchten, dass das Geschäft mit den so genannten Sports Utility Vehicles (SUVs) künftig nicht mehr so profitabel laufe wie in den vergangenen Jahren. Sowohl GM als auch Ford hingen in hohem Maße vom Ergebnisbeitrag der in den USA bisher beliebten Geländewagen ab.

Auch betont S&P den anhaltenden Verlust von Marktanteilen im Nordamerika-Geschäft beider Konzerne. Bei GM habe die Fixierung auf die Rabatte bereits den Wert der Marke angegriffen. Zudem sei für beide Konzerne in Frage zu stellen, ob der Abbau von Kapazitäten und die damit verbundene höhere Effizienz tatsächlich zu einer verbesserten Wettbewerbsfähigkeit geführt habe.

Damit verbunden sei nämlich ein zunehmender Verlust bei den Marktanteilen. Außerdem seien die Personalkosten trotz des Stellenabbaus wegen der zugleich großzügigen Gesundheitsprogramme weiter gestiegen. Für beide Konzern gilt nach Darstellung von S&P ferner, dass das Automobilgeschäft außerhalb Nordamerikas die Probleme auf dem Heimatmarkt nicht ausgleichen könne.

GM nannte die Entscheidung enttäuschend. Gleichzeitig versicherte der Konzern, es drohe keine Insolvenzgefahr, da ausreichend Barmittel im Kerngeschäft und bei der Finanzsparte GMAC vorhanden seien. Früheren Angaben zufolge verfügen beide Bereiche über jeweils mehr als 20 Milliarden Dollar.

GM leidet unter sinkendem Absatz und vor allem milliardenschweren Kosten für Pensions- und Gesundheitsleistungen. Im ersten Quartal schrieb der Autoriese aus Detroit rote Zahlen und veröffentlichte eine Gewinnwarnung für das Gesamtjahr.

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