Rückschlag für Lufthansa Systems
Lufthansa und United bündeln ihre Buchungen

Die Deutsche Lufthansa und ihr US-Partner United Airlines vernetzen ihr gesamtes Buchungs- und Flugabwicklungssystem über eine neue Software-Plattform. Sie wird vom spanischen Reisedienstleister Amadeus bereitgestellt und betrieben. Über den schätzungsweise 300 Millionen Euro schweren Outsourcing-Auftrag informierte gestern der weltgrößte Airline-Verbund Star Alliance, dem die beiden Fluggesellschaften angehören.

ebe FRANKFURT. Mit der gemeinsamen IT-Plattform sollen Kunden künftig über jedes Reisebüro oder Call Center Tickets beider Gesellschaften kaufen können. Auch Check-In und Boarding wollen die Unternehmen vereinfachen und auf diversen Flughäfen jeweils für den anderen Partner betreiben. Der Deal soll Synergien innerhalb der Star Alliance heben und die jährlichen Kosten der beteiligten Unternehmen nach früheren Aussagen von Lufthansa-Bereichsvorstand Holger Hätty um 200 bis 300 Mill. Euro senken. Es wird erwartet, dass sich der IT-Plattform auch weitere Fluggesellschaften des Verbundes anschließen. Bisherigen Plänen zufolge soll das Projekt 2007 einsatzbereit sein. Amadeus hat zuvor bereits ähnliche Abkommen mit British Airways, der australischen Qantas und Finnair aus der konkurrierenden Allianz Oneworld geschlossen.

Die Entscheidung zugunsten von Amadeus ist ein Rückschlag für die Lufthansa Systems, die IT-Tochtergesellschaft des deutschen Luftfahrtkonzerns. Sie verliert damit ihren Hauptkunden. In Luftfahrtkreisen heißt es, die 16 Mitglieder der Star Alliance hätten eine Lufthansa-unabhängige IT-Gesellschaft gefordert. Das sei einer der Gründe für die Auftragsvergabe an Amadeus gewesen. Dem hält Wolfgang Gohde, Geschäftsführer der LH Systems entgegen: „Wir sind überzeugt, dass unser eigenes Produkt als allianzfähige Lösung für viele Airlines große Vorteile bietet.“ In der Branche wird der Wechsel zu Amadeus als Signal dafür gewertet, dass Lufthansa seine profitable IT-Tochter bald zum Verkauf stellen könnte. United Airlines setzte bei IT-Diensten bisher auf den Amadeus-Konkurrenten Galileo.

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