Rüstungskonzerne
Fusion von EADS und BAE hängt am seidenen Faden

Die Regierungen sagen nichts, doch hinter den Kulissen wird über das Aus für die geplante Fusion von EADS und BAE gemunkelt. Deutschland spielt dabei eine unrühmliche Rolle. Heute fällt eine Entscheidung.
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Berlin/BrüsselKurz vor Ende der Übernahmefrist bleibt der Verhandlungspoker um die geplante Rüstungsfusion von EADS und BAE undurchsichtig. Die Angaben über den Verhandlungsstand waren am Dienstagabend widersprüchlich: Mehrere mit den Gesprächen Vertraute sagten, eine neue Hürde sei aufgetreten, weil sich die Bundesregierung weigere, Großbritannien und Frankreich im Streit um die Staatsbeteiligungen am künftigen Konzern zu folgen. Der französische Verteidigungsminister Jean-Yves le Drian erklärte, die Gespräche hätten Fortschritte gemacht. Nun müssten die Unternehmen entscheiden, ob ihnen diese ausreichten.

EADS teilte mit, dass sich Frankreich und Großbritannien bei den Verhandlungen über die Begrenzung der Staatsanteile angenähert hätten. Allerdings bleibe eine Einigung abhängig von einer Übereinkunft mit der deutschen Bundesregierung, die weiter ausstehe, hieß es Kreisen zufolge. Die Bundesregierung wollte sich am Dienstagabend nicht zu den Verhandlungen äußern. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maiziere sagte lediglich, er kenne den Sachstand relativ genau und sei erstaunt über die Fülle an "interessengeleiteten Meldungen" am Dienstag.

Nach einer Serie von marktbewegenden Medienberichten über den Fortgang der Verhandlungen erwägt EADS Kreisen zufolge rechtliche Schritte. Der Luft- und Raumfahrtkonzern ziehe eine Klage wegen Marktmanipulation ernsthaft in Betracht, sagte ein Konzern-Insider. Es habe mehrere undichte Stellen sowie falsche Gerüchte gegeben.

Bis heute 18 Uhr mitteleuropäischer Zeit müssen beide Konzerne entscheiden, ob sie ihr rund 45 Milliarden Dollar schweres Zusammengehen zum weltgrößten Rüstungs- und Raumfahrtkonzern vorantreiben wollen. Verhandlungsnahen Kreisen zufolge ist eine Verlängerung der Fusionsfrist nur sinnvoll, wenn zumindest in Grundsatzfragen Einigkeit besteht. Ohne Einverständnis der Politik droht das Vorhaben zu platzen.

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Kaum Zukunftschancen, sagt Berlin

Kommentare zu " Rüstungskonzerne: Fusion von EADS und BAE hängt am seidenen Faden"

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  • wieso wird mit keinem wort der verdacht der bestechung und geldwäsche erwähnt-das könnte ein hinweis auf die zögerliche haltung der regierung sein

  • @Redaktion:
    bitte mal den Faden im Titel fixen. ;)
    http://www.duden.de/rechtschreibung/Faden

    Ich bin gegen die Bildung von Monopolen, das hat nichts mit Marktwirtschaft zu tun. Vor allem auch im quasi militärischen Bereich mit EADS und BAE.

    Selbst EADS an sich ist schon zu gros.

    Und weitere "too big too fail"-Systeme sollte man gleich im Ansatz vermeiden.

  • Enders wird bestimmt massiv durch Aktien verguetet wenn der Deal durchgedrueckt wird. Enders arbeitet nur fuer seine eigenen Vorteile, nicht aber als ein Vertreter der Deutschen.

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