Russicher Ölkonzern Lukoil
Der Bär im Tank

Der russische Ölkonzern Lukoil gilt als weltgrößtes privates Unternehmen der Branche. Mit dem Erreichten gibt sich Lukoil aber nicht zufrieden. Wie bei vielen aufstrebeneden Firmen aus Schwellenländern geht der Blick in Richtung Westen.

MOSKAU. „Pack den Bären in den Tank!“ – Amerikaner tun es, Ungarn auch und bald vielleicht auch Deutsche: Sie fahren mit ihren Auto zum Füllen des Benzintanks zur Marke mit dem großen roten Tropfen – Lukoil. Denn Russlands größter Ölkonzern wird derzeit immer weiter westlich heimisch. Schon jetzt nennt Lukoil drei Raffinerien in Mittel- und Osteuropa sein Eigen sowie ein weit verzweigtes Tankstellennetz zwischen Mazedonien und Belgien. Und Deutschland steht bei Lukoil-Chef Wagit Alekperow ganz oben auf der Einkaufsliste: Interesse hätten die Moskauer sowohl an den Raffinerien der deutschen Ruhr-Öl als auch an einem Tankstellennetz, sagt der Vorstandsvorsitzende und wichtigste Aktionär des russischen Konzerns.

Redet man also von Russland, redet man vom Öl. Mit Saudi-Arabien ringt das Riesenreich jedes Jahr aufs Neue um den Titel des weltgrößten Ölförderers und -exporteurs. Neuerdings liegen Moskaus Multis im ersten Punkt oft vorn, beim zweiten – wegen des höheren Eigenbedarfs Russlands – gleich hinter den Scheichs.

Redet man in Russland vom Öl, so redet man über Lukoil. Wegen der weltweiten Expansion des größten russischen Ölkonzerns muss man dies immer häufiger aber auch an Lukoil-Tankstellen in New York oder an Bohrlöchern in Ägypten tun. Lukoil – die tun was, um immer internationaler zu werden.

In den USA war der russische Riese über Nacht bekannt geworden, als der Konzern im Jahr 2000 die US-Ölfirma Getty mitsamt deren Tankstellennetz übernahm. Momentan konzentriert sich Alekperows Shoppingtour bei Raffinerien, Tankstellen und Benzinlagern stark auf Europa, und er nimmt nach bereits drei Mrd. ausgegebenen Dollar dafür weitere Milliarden für den Kauf etwa der Jet-Tankstellen von Conoco-Phillips in Belgien und Tschechien in die Hand, für Beteiligungen an Pipelines und die Suche nach neuen Ölverarbeitungsfabriken.

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