RWE schließt mit Trimet Vertrag – Rettungsversuche für bedrohte Werke in Stade und Hamburg
Versorger ringen mit Aluhütten um Strompreis

Im Streit mit den Aluminiumherstellern um Strompreise sind die Versorger zu Zugeständnissen bereit: Der Energiekonzern RWE gab den Abschluss eines neuen Liefervertrages mit der Essener Trimet Aluminium AG bekannt.

HB DÜSSELDORF. Die beiden Unternehmen vereinbarten dabei, die Preise nicht – wie meist üblich – langfristig festzuschreiben, sondern flexibel an die Strom-, Aluminium- und Devisenmärkte anzupassen. „Beide Seiten seien bis an die Grenzen des Machbaren gegangen“, sagte der Chef des mittelständischen Aluherstellers, Heinz-Peter Schlüter. Zu den Details – insbesondere zu Rabatten – wollte er sich aber nicht äußern.

RWE bot an, vergleichbare Verträge auch mit anderen Kunden zu schließen. Zuvor hatte bereits Vattenfall Europe den Betreibern der Hamburger Aluminium-Werke (HAW) vorgeschlagen, vorübergehend auf Preiserhöhungen im Volumen von 15 Mill. Euro zu verzichten, um den Fortbestand zu sichern.

Am Donnerstag hatte der norwegische Konzern Norsk Hydro angekündigt, wegen der Strompreise in Deutschland einen Großteil der Kapazitäten stillzulegen. Spätestens Ende 2006 soll die Hütte in Stade mit 420 Mitarbeitern schließen, die von RWE Strom bezieht. Zudem empfahl der Verwaltungsrat, große Teile der HAW, an der Norsk Hydro zu einem Drittel beteiligt ist, bis Ende 2005 still zu legen. Hier wären 450 Mitarbeiter betroffen. Am Dienstag wollen die Gesellschafter Norsk Hydro, Alcoa und Amag aus Österreich über die Zukunft der HAW informieren.

Inzwischen bemühen sich auch Politiker um eine Rettung der Hütten – unter anderem Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement. Der Betriebsrat kündigte zudem Proteste an. Norsk Hydro signalisierte Verhandlungsbereitschaft. „Solange eine Hütte nicht kalt gefahren ist, ist das Thema Strompreise noch heiß“, sagte ein Sprecher.

Strom ist der wichtigste Produktionsfaktor in der Aluminiumindustrie. Auf ihn entfallen inzwischen rund 38 Prozent der Kosten. Zur Zeit profitieren die fünf Hütten noch von günstigen Altverträgen und zahlen für eine Megawattstunde nur 25 Euro. Bei neuen Abschlüssen sind ab nächstem Jahr 37 Euro fällig. Die daraus resultierenden Mehrkosten beziffern Branchenkenner mit fast 120 Mill. Euro.

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