RWE-Tochter darf Preise nicht wie gewünscht erhöhen
Regulierer stutzt Pläne von Thames Water

Die RWE AG kommt beim geplanten Ausbau ihres Wassergeschäfts in Großbritannien in Verzug: Die Tochter RWE Thames Water hat beim britischen Regulierer nur einen Teil ihres milliardenschweren Investitionsprogrammes in das marode Rohrleitungsnetz durchgesetzt. Das Office of Water Services (Ofwat) urteilte gestern abschließend über die Planungen und Preisanträge der Wasserversorger für den Zeitraum bis 2010.

juf DÜSSELDORF. Thames Water billigte es in dieser Periode nur Investitionen in Höhe von 3,1 Mrd. Pfund (4,5 Mrd. Euro) und eine Preiserhöhung von 22 Prozent zu – beantragt hatte Thames Water 4,1 Mrd. Pfund an Investitionen und dafür mit einer Preiserhöhung um 38 Prozent kalkuliert.

Die britischen Wasserversorger müssen dem Ofwat in regelmäßigen Abständen detaillierte Geschäftspläne vorlegen und sich ihre Tarife genehmigen lassen. Der Bescheid wird am Finanzmarkt mit Spannung erwartet, weil er die Ertragslage auf längere Sicht beeinflusst. Gestern reagierten die Aktien mit Zugewinnen – auch der von RWE. Im Sommer, bei einem Zwischenbescheid, hatte die Behörde die Pläne nämlich noch stärker gestutzt – auf 2,7 Mrd. Pfund und eine Preiserhöhung von 14,5 Prozent.

„Wir sind einen Schritt vorangekommen, aber wir müssen uns jetzt die Details anschauen“, sagte ein Sprecher von Thames Water. Der Regulierer verknüpfte seinen Bescheid nämlich mit konkreten Auflagen. Das Unternehmen behalte sich einen Gang zur Wettbewerbskommission vor, sagte der Sprecher. Eine Entscheidung darüber könne es aber erst in einigen Wochen treffen.

Die Investitionen in das britische Wasser- und Abwassernetz sind für die Profitabilität der Wassersparte von RWE von hoher Bedeutung. Die maroden Leitungen gelten als hoher Kostenfaktor. Sie sind reparaturanfällig, und große Wassermengen gehen während des Transports verloren. In London, dem Zentrum des Thames-Water-Netzes, stammen viele Rohre noch aus der viktorianischen Zeit. Ein Drittel der Leitungen ist älter als 150 Jahre, die Hälfte über 100 Jahre. RWE will das Netz jetzt von Grund auf erneuern – auch um den zu erwarteten zusätzlichen Bedarf durch die wachsende Bevölkerung bewältigen zu können.

Auch die anderen Wasserversorger haben nur einen Teil ihrer Pläne durchgesetzt. Im Durchschnitt billigte das Ofwat den 22 Wasser- und Abwasserunternehmen in England und Wales über die kommenden fünf Jahre eine Preiserhöhung von 18 Prozent zu. Beantragt hatten sie 29 Prozent. „Wir haben die richtige Balance gefunden“, sagte Ofwat-Direktor Philip Fletcher. Damit könnten die Unternehmen den Bedürfnissen der Kunden und der Umwelt gerecht werden und gleichzeitig einen sicheren und verlässlichen Service aufrecht erhalten.

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