Saint-Gobain
Rechtsstreit wegen Sika-Übernahme

Der französische Baustoffkonzern Saint-Gobain muss weitere Hürden vor der Sika-Übernahme nehmen. Der Hauptaktionär des Konkurrenten hat rechtliche Schritte gegen Entscheidungen der Aktionärsversammlung eingeleitet.
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ZürichDer Hauptaktionär des Schweizer Bau-Chemiekonzern Sika, die Burkard-Schenker Familie, hat wie erwartet rechtliche Schritte gegen Entscheidungen der jüngsten Aktionärsversammlung eingeleitet. Ein entsprechender Antrag sei beim zuständigen Friedensrichteramt in Baar in der Schweiz eingereicht worden, teilte die Familienholding am Sonntag mit.

Die Burkard-Schenker Familie hatte im Dezember entschieden, ihren Sika-Anteil an den französischen Konkurrenten Saint-Gobain zu verkaufen. Das Management hat die Machtübernahme durch Saint-Gobain aber mit einem Kniff vorerst abgewendet. Auf der Aktionärsversammlung vor wenigen Tagen entzog Sika der Familienholding in den Schlüsselfragen den größten Teil ihrer Stimmrechte. Damit verhinderte Sika, dass der Verwaltungsrat mit Saint-Gobain-treuen Mitgliedern neu besetzt wird und die Franzosen damit das Sagen bekommen. Die Gründerfamilie Burkard besitzt zwar nur rund 16 Prozent des Kapitals, hält aber 53 Prozent der Stimmen.

Die Familieholding verwies am Sonntag zugleich darauf, dass der formelle Weg der Anfechtungsklage gegen die Beschlüsse der Aktionärsversammlung über einen Friedensrichter viel Zeit koste. Zudem sei dort keine Einigung zu erwarten. Sie sprach sich dafür aus, „beidseitig auf das Verfahren vor dem Friedensrichter zu verzichten“ und eine Klärung vor dem Kantonsgericht Zug anzustreben. „Es sollte auch im Interesse der Sika liegen, das Verfahren zu beschleunigen und der gegenwärtigen Unsicherheit möglichst rasch ein Ende zu setzen“, erklärte die Familie.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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