Sanierungsprogramm
Airbus droht neue Sparrunde

Der europäische Flugzeugbauer Airbus muss wegen des hohen Eurokurses möglicherweise weitaus mehr Geld einsparen, als bislang gedacht. Der Grund: Jeder Cent, den die europäische Gemeinschaftswährung dauerhaft über 1,35 Dollar liegt, kostet das Unternehmen 100 Millionen Euro. Vorstandsmitglied Fabrice Bregier stimmte auf gravierende Folgen ein.

FRANKFURT. Das derzeitige Sparprogramm „Power 8“ sei auf Basis eines Kurses von 1,35 Dollar kalkuliert, sagte Vorstandsmitglied Fabrice Bregier am Freitag dem Radiosender BFM. „Wenn der Euro dauerhaft bei 1,45 Dollar bliebe, dann würde das heißen, dass wir eine Milliarde Euro zusätzliche Einsparungen unter Power 8 finden müssten“. Die europäische Gemeinschaftswährung hatte am Vortag erstmals die Marke von 1,40 Dollar überschritten.

Airbus hat im Februar diesen Jahres angekündigt, europaweit 10 000 seiner 55 000 Stellen abbauen zu wollen. Zudem sollen mindestens sechs der sechzehn europäischen Werke verkauft werden. Airbus will so die Verluste aus der verspäteten Auslieferung des Riesenairbus A380 auffangen und bis 2010 die Kosten um jährlich zwei Milliarden Euro drücken. Airbus will zudem deutlich mehr Zulieferungen aus dem Dollarraum beziehen, vor allem Russland, China und Indien werden in Zukunft für Airbus entwickeln und liefern.

Flugzeuge werden traditionell in Dollar abgerechenet, Airbus produziert aber fast ausschließlich in der Eurozone. Das Sanierungsprogramm „Power 8“ ist somit bereits die Reaktion auf die Dollarschwäche, die Airbus seit 2002 Schätzungen zufolge mindestens 20 Prozent Wettbwerbsfähigkeit gegenüber dem Hauptkonkurrenten Boeing gekostet hat. Der Airbus-Mutterkonzern EADS macht die Sanierung zur Voraussetzung für den Bau des geplanten Langstreckenflugzeugs A 350, das 2013 auf den Markt kommen soll.

„Airbus braucht eine Fertigung im Dollarraum“,sagt Ulrich Horstmann, Analyst der Bayern LB. Die ist auch geplant, wenn der Mutterkonzern EADS den Auftrag zum Bau der neuen Tankflugzeuge für die US-Luftwaffe bekäme. Die EADS bewirbt sich gemeinsam mit Northrop Grumman um den Bau von 179 Lufttankern. Setzen sich die Europäer gegenüber Boeing durch, will die EADS im US-Bundesstaat Alabama eine Montage errichten, in der auch Zivilflugzeuge gebaut werden könnten. Eine Entscheidung über den Großauftrag könnte bereits im Oktober fallen.

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