Schifffahrt
Maersk erwartet Marktbereinigung bei Container-Reedereien

Der Eigentümer der weltgrößten Container-Reederei Maersk Line, das dänische Unternehmen A.P. Moeller-Maersk, rechnet angesichts des eingebrochenen Frachtgeschäfts mit der Pleite einiger Konkurrenten.

DÜSSELDORF. "Am Ende werden einige Wettbewerber nicht überleben", sagte der Vorstandschef von A.P. Moeller-Maersk, Nils Andersen, der WirtschaftsWoche. "Dann werden wir uns Übernahmen vielleicht auch überlegen", betonte er. Im Moment stünden Fusionen oder Zukäufe für seinen Konzern aber nicht auf der Agenda. "Man kann Schiffe preiswerter kaufen als Unternehmen."

Ungeachtet der Krise will der dänische Konzern Milliarden investieren. „Wir investieren dieses Jahr rund 6,5 Milliarden Euro. Wir bauen das Ölgeschäft aus und investieren in neue Häfen und bestehende Anlagen wie den Containerterminal in Lagos in Nigeria. Wir bekommen neue Ölbohrplattformen und Versorgungsschiffe. Spezialschiffe für Verkehre in Afrika und Südamerika verstärken unsere Containerflotte. Wir investieren eigentlich überall, wenn die erwartete Rendite stimmt.“ Auch an der Bestellung von 40 weiteren Containerschiffen hält A.P. Moeller-Maersk fest.

Trotz des stark rückläufigen Frachtaufkommens ist der Konzernchef gelassen. A.P. Moeller-Maersk sei durch die guten Geschäfte anderer Konzerntöchter in einer guten Lage und habe die Zeit, die Krise durchzustehen. Ein großer Vorteil sei, dass A.P. Moeller-Maersk in Besitz einer Familienstiftung ist. „Wir müssen nicht über die Schultern gucken, ob wir von irgendeinem übernommen oder aufgeteilt werden. Wir können uns auf langfristige Wertschöpfung konzentrieren.“ Deshalb habe der Konzern auch darauf verzichtet, seinen Sparten feste Renditeziele vorzuschreiben. „Unser Geschäft ist extrem zyklisch. Es ergibt keinen Sinn, wenn wir von der Containerschifffahrt verlangen, dass sie so und so viel Rendite abwerfen soll. Im Moment verdient dort keiner Geld. Andererseits könnte man mit einer zwölfprozentigen Rendite im Ölgeschäft nicht zufrieden sein, wenn der Ölpreis bei 147 Dollar läge.“

Wichtiger sei es dem Konzern, dass jede einzelne Tochter zu den besten Unternehmen der Welt zähle. „Entscheidend ist, dass jeder Bereich so gut abschneidet wie die besten 25 Prozent einer Branche. Zudem investieren wir nur dort, wo wir die beste Rendite erwarten. Das ist der Vorteil eines Konglomerats. Wir können in bis zu acht verschiedene Bereiche investieren, etwa in Häfen, Schiffe oder Ölbohrplattformen.“

Zu den Konkurrenten von Maersk Line gehört unter anderem die in Schieflage geratene deutsche Reederei Hapag-Lloyd, für die am Freitag ein Antrag auf 1,2 Milliarden Euro Staatsbürgschaften gestellt wurde. Zuvor waren sich die Eigner über den Rettungsbeitrag ihrerseits einig geworden. Die Gesellschafter wollen demnach insgesamt 750 Millionen Euro frisches Kapital geben.

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