Schlechte Aussichten
Der Tognum-Motor stottert

Kräftige Umsatzzuwächse und ein gestiegener Gewinn beim Großmotorenbauer Tognum stellen Investoren und Analysten nicht zufrieden. Die die neuesten Zahlen lassen für dieses Jahr nichts gutes erahnen.

rtr STUTTGART. Der Großmotorenbauer Tognum hat das erste Jahr an der Börse mit kräftigen Zuwächsen bei Umsatz und Gewinn abgeschlossen. Bei den Investoren konnte der Börsenneuling jedoch am Donnerstag nicht punkten, da die Anleger hinter dem schwachen Auftragseingang einen beginnenden Abschwung in der zyklischen Industrie wittern. Am Aktienmarkt gaben die Papiere mehr als vier Prozent nach.

Der aus der früheren Daimler -Tochter MTU Friedrichshafen hervorgegangene Konzern teilte am Donnerstag mit, der Umsatz mit schnelllaufenden Dieselaggregaten sei 2007 um 11,8 Prozent auf 2,835 Milliarden Euro gestiegen. Dank höherer Margen im ausgebauten Service-Geschäft kletterte der Nettogewinn um 44,2 Prozent auf 199 Millionen Euro, blieb damit aber knapp unter den Prognosen der Analysten. An die Aktionäre will Tognum wie bereits im Dezember angekündigt für das abgelaufene Geschäftsjahr erstmals 60 Cent Dividende je Aktie zahlen.

An der Ausschüttung partizipiert auch die noch mit knapp einem Viertel beteiligte EQT. Der schwedische Finanzinvestor hatte Tognum Anfang 2006 von Daimler erworben und die gute Konjunktur bei Dieselmotoren für Schiffe, Baufahrzeuge und Notstromaggregate bereits im Sommer 2006 für einen schnellen Börsengang genutzt.

"Tognum hat die Zielvorgaben voll bestätigt", zog der ebenfalls am Unternehmen beteiligte Vorstandschef Volker Heuer Bilanz unter das vergangene Jahr. Zugleich bekräftigte er die jüngsten Prognosen für das laufende Jahr, in dem ein Umsatzsprung von über drei Milliarden Euro anvisiert wird. Der Gewinn je Aktie soll demnach auf mehr als zwei Euro klettern, nachdem im vergangenen Jahr ein Plus von 37 Prozent auf 1,58 Euro erzielt wurde. Nach dem ersten Quartal wolle das Management den Ausblick überprüfen, kündigte Heuer an.

Das ließ zahlreiche Analysten aufhorchen. Der Auftragseingang im Schlussquartal sei mit 679 Millionen Euro der schwächste seit dem Gang die Börse, urteilte die DZ Bank. "Das ist vielleicht ein Grund, warum der Vorstand die Prognose überprüfen will", schrieb Analyst Karsten Oblinger an die Kunden. Die Societe Generale hält die Umsatzerwartungen im laufenden Jahr für zu hoch und rechnet mit einem Abschwung der Nachfrage spätestens in der zweiten Jahreshälfte.

Die im Nebenwerteindex MDax gelisteten Tognum -Aktien führten mit einem Abschlag von 4,3 Prozent auf 17,19 Euro die Verliererriege mit an. An die Börse waren die Papiere zu 24 Euro gekommen.

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