Schlüsselmarkt China
Ford muss einen Zahn zulegen

Der wieder erstarkte Ford-Konzern, viertgrößter Autobauer der Welt, läutet eine Aufholjagd in Asien ein. Die ist auch dringend notwendig, denn das US-Unternehmen hängt in dem wichtigen Markt deutlich hinterher. Ausgerechnet in China kommt Ford nur auf einen Marktanteil von zwei Prozent.
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HAMBURG. "Wir sind in China spät dran, wollen aber jetzt in der Region stärker als bisher wachsen", sagte Fords Finanzchef Lewis Booth dem Handelsblatt. "China bietet angesichts der geringen Ausgangsbasis große Gelegenheiten."

Aufgrund weiterhin eng begrenzter Mittel muss sich der hochverschuldete US-Autobauer stärker als die Rivalen Volkswagen und Toyota fokussieren. Ausgerechnet im global wichtigsten Markt China liegen die Amerikaner mit einem Pkw-Marktanteil von wenig mehr als zwei Prozent abgeschlagen zurück.

Im vergangenen Jahr schaffte es der Hersteller aus Dearborn bei Detroit in China nicht einmal unter die besten zehn Autobauer.

Die extrem dynamische Schlüsselregion dominieren der deutsche VW-Konzern, der in China laut den Analysten von HSBC 2009 auf einen Pkw-Marktanteil von gut elf Prozent kam, gefolgt von Hyundai aus Korea mit knapp sieben Prozent und Fords Erzrivale General Motors mit sechs Prozent Marktanteil.

Finanzchef Booth, Brite und früher Europachef von Ford, räumt ein, dass sein Konzern das Reich der Mitte im Vergleich zu den Konkurrenten lange vernachlässigt habe. Nun investieren die US-Manager, Juniorpartner in zwei chinesischen Gemeinschaftsunternehmen, kräftig in zusätzliche Fertigungskapazität, ein größeres Händlernetz, intensivere lokale Zulieferung und neue Modelle.

Neben zwei neuen Fahrzeugwerken errichtet Ford ein Motorenwerk, das 2013 die Produktion aufnehmen und die Jahreskapazität auf 750 000 Einheiten steigern soll.

In China hat Ford gemeinsam mit den Partnernunternehmen in den ersten acht Monaten des Jahres fast 370 000 Fahrzeuge verkauft - plus 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Ford erwartet 70 Prozent seines Absatzwachstums der kommenden zehn Jahre aus der Region Asien-Pazifik und Afrika.

Der Konzern orientiert sich nach Beendigung der Krise stärker an den schnell wachsenden Schwellenländern, investiert neben Asien auch in der aufstrebenden Region Südamerika. Allein in Brasilien sollen Booth zufolge mehr als zwei Mrd. Dollar für neue Modelle und zusätzliche Kapazitäten den dortigen Marktführern aus Europa - Fiat und Volkswagen - das Leben deutlich schwerer als bislang machen.

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