Schreiben an Mitarbeiter
VW-Betriebsrat gießt weiter Öl ins Feuer

Im Konflikt um die Mitbestimmung beim VW-Großaktionär Porsche-Holding hat sich Volkswagen-Betriebsratschef Bernd Osterloh in einem ungewöhnlichen Schritt per Brief an alle 324 000 Mitarbeiter des Wolfsburger Konzerns gewandt. In dem Schreiben prangert er nicht nur den geringen Einfluss der VW-Arbeitnehmer bei der geplanten Porsche Holding an.

HB WOLFSBURG. „Das Vorgehen des Porsche-Chefs steht dem Demokratieprinzip der sozialen Marktwirtschaft und der von unserem Kollegen Uwe Hück gelobten deutschen Mitbestimmung zutiefst entgegen.“ Das berichtete die „Wolfsburger Allgemeine Zeitung“, die aus dem dreiseitigen Brief zitierte.

Am Montag hatte der VW-Betriebsrat Klage wegen der Gründung der Porsche-Holding eingereicht, weil er die Rechte der VW-Belegschaft missachtet sieht.

In dem Brief kritisiert Osterloh mit Blick auf die Porsche Holding SE, dass die 12 000 Porsche-Arbeitnehmer „genauso viel Gewicht wie die 324 000 Beschäftigten des Volkswagen-Konzerns erhalten“. Weiter heißt es laut Zeitung: „Damit wir keinen Einfluss mehr auf unsere eigenen Geschicke nehmen können, hat sich der Porsche-Vorstand einen weiteren Kniff einfallen lassen. Der Vertrag der Holding SE ist praktisch unkündbar. Eine Kündigung ist frühestens nach zehn Jahren möglich“ und an weitere Bedingungen geknüpft. Grundsätzlich begrüßte Osterloh in dem Brief aber den Porsche-Einstieg bei VW.

Der Konflikt um die Mitbestimmung war am Montag eskaliert. Der Volkswagen-Betriebsrat reichte Klage beim Stuttgarter Arbeitsgericht ein. Osterloh sagte der „Berliner Zeitung“: „Wir wollten diese Fragen in Gesprächen mit Herrn Wiedeking erörtern.“ Da man aber auf einen Terminvorschlag des Porsche-Chefs gewartet habe, sei nun das Gericht angerufen worden.

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