Schuldenkrise
Bayer verfünffacht Liquiditätspuffer

Der Pharmariese Bayer hat sein Liquiditätspolster auf etwa 3,8 Milliarden Euro aufgestockt und damit verfünffacht. Grund sei die Schuldenkrise und die schlechte Zahlungsmoral in den hoch verschuldeten Euro-Ländern.
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FrankfurtDer Pharma- und Chemiekonzern Bayer hat sein Liquiditätspolster vor dem Hintergrund der Staatsschuldenkrise massiv aufgestockt. „Zurzeit haben wie eine Liquiditätsposition von etwa 3,8 Milliarden Euro“, sagte Finanzchef Werner Baumann in einem Interview der „Börsen-Zeitung“ (Samstagausgabe). Damit sei der Liquiditätspuffer etwa fünfmal so hoch wie in Nichtkrisenzeiten. „Diesen Betrag werden wir erst im April nächsten Jahres über die Ablösung einer Anleihe um zwei Milliarden Euro abschmelzen.“ Der Finanzchef beklagte eine schlechte Zahlungsmoral der öffentlichen Hand, besonders in den hoch verschuldeten Euro-Ländern Portugal, Italien und Spanien. „Wenn sie Außenstände haben, die in erheblichem Umfang über zwei Jahre reichen, dann ist das inakzeptabel“, sagte Baumann. In Südeuropa habe Bayer Außenstände „im signifikanten dreistelligen Millionen-Euro-Bereich“. Die Zahlungsmoral sei dort ein strukturelles Problem, das bereits seit einigen Jahren bestehe. „Unsere Sorge ist, dass sich das Problem verschärft.“ Betroffen sei vor allem die Pharmasparte. Der Konzern treffe für die Außenstände aber bilanziell Vorsorge: Bei Forderungen, die über die normalen Zahlungsziele hinausgingen, würden Abschreibungen auf den entsprechenden Zeitwert vorgenommen, sagte der Finanzchef.

Auf die Frage, wie viel Geld Bayer kurzfristig für eine größere Übernahme mobilisieren könnte, sagte Baumann, eine feste Größenordnung gebe es dafür nicht. Bayer könne aber in „sehr erheblichem Maße“ finanzieren. Großakquisitionen wie die von Schering seien auch im derzeitigen Umfeld möglich. „Ich bin sicher, dass Unternehmen unserer Qualität so etwas heute finanzieren könnten“, sagte der Manager.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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