Schwedischer Autobauer
Saab präsentiert zweiten chinesischen Partner

Saab holt mit Youngman Lotus Automobile einen zweiten chinesischen Partner an Bord. Das könnte der endgültige Befreiungsschlag für den angeschlagenen schwedischen Autobauer sein.
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StockholmYoungman Lotus Automobile wird einer vorläufigen Abmachung zufolge 29,9 Prozent an der Saab-Muttergesellschaft Spyker Cars erwerben. Wie Spyker-Chef Victor Muller am Montagmorgen mitteilte, wird der chinesische Auto-Bauer 136  Millionen Euro für das Aktienpaket zahlen. Damit kommt ein zweites chinesisches Unternehmen mit an Bord der schwer angeschlagenen  schwedischen Kultmarke.

Zuvor war bereits der chinesische Auto-Händler Pang Da bei Saab eingestiegen und hatte für 109 Millionen Euro ein 24-prozentiges Aktienpaket an Spyker erworben. Der Kurs der Spyker-Aktie zog an der Börse in Amsterdam um 18 Prozent an.

„Wir sind davon überzeugt, dass Youngman die Qualitäten besitzt, die man für die Produktion von Saab-Wagen benötigt“, erklärte ein zufriedener Muller. Der neuen Vereinbarung müssen noch die chinesischen Behörden zustimmen. „Es gibt keinen offiziellen Zeitplan“, sagte eine Saab-Sprecherin.

Unterdessen steht die Produktion am Saab-Stammwerk in Trollhättan weiterhin still. Sie wird nach Unternehmensangaben auch diese gesamte Woche nicht anlaufen. „Wir glauben, dass wir diese Woche brauchen, um den Materialfluss sicherstellen zu können“, sagte die Saab-Sprecherin. Erst Ende Mai war die Produktion in Trollhättan nach einer siebenwöchigen Unterbrechung wieder angelaufen. Allerdings musste sie bereits wenige Tage später wieder gestoppt werden, da wichtige Bauteile fehlten.

Die Produktionsstopps sind eine Folge von den großen Liquiditätsengpässen von Saab. Das 2010 von General Motors an Spyker verkaufte Unternehmen leidet von Beginn an unter akutem Geldmangel. Nach dem Verkauf durch General Motors im vergangenen Jahr hat Saab Schulden von rund 100 Millionen Euro angehäuft und konnte Rechnungen von Zulieferern nicht pünktlich bezahlen. Deshalb hielten mehrere Zulieferer wichtige Bauteile als Pfand für ihre Forderungen zurück.

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
Helmut Steuer
Handelsblatt / Korrespondent

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  • Daimler-Benz hätte zugreifen sollen. Dem Haus fehlt eine tragfähige Mehrmarken-Strategie. A-Klasse, B-Klasse raus aus der Marke Mercedes. Mercedes erst ab C-Klasse, das würde das Premium-Image unterstreichen. Mit Saab hätte man eine angesehene Marke mit High-Tech-Image mit der sich wagen aller Klssen verkaufen ließen ohne die Marke Mercedes experimentell zu belasten. BMW und vor allem VW machen es vor, wie es geht. Für die Marke Mercedes wäre das sicher ein guter Schritt.

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