Schwenkers Strategie
Analyse: Eine moderne Deutschland AG

Das Thema Corporate Governance wird seit einigen Jahren heiß diskutiert. Vor allem drei Charakteristika der Deutschland AG standen in der Kritik: erstens die Kapitalverflechtungen, zweitens die personellen Verflechtungen zwischen Vorständen und Aufsichtsräten, drittens die konsensuale Entscheidungsfindung, verankert in der Mitbestimmung.

Alle drei wurden und werden für Intransparenz und mangelnde Flexibilität verantwortlich gemacht, und damit auch für die unbefriedigende Profitabilität vieler Firmen. Dennoch steht eines fest: Ohne die Deutschland AG wäre das Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit kaum möglich gewesen. Die gegenseitige Verflechtung zwischen den Firmen ermöglichte langfristige Strategien, stellte einen kontinuierlichen Informationsfluss sicher und trug zur sozialen Stabilität bei. Doch spätestens seit den 90er Jahren - die Globalisierung lässt grüßen - treten die Nachteile des Modells immer klarer zu Tage.

Inzwischen hat sich allerdings viel getan. Eigentumsstrukturen änderten sich, institutionelle Investoren wurden zu maßgeblichen Eigentümern deutscher Großunternehmen. Als Folge stieg der Renditedruck, und die Forderungen nach Transparenz nahmen zu. Gleichzeitig bauten Finanzinstitute ihre Unternehmensbeteiligungen ab und richteten ihr Portfolio nach Rendite aus. Im Zuge dessen wurden die personellen Verflechtungen zurückgefahren, wenn auch nicht völlig aufgelöst.

Es ist also schon einiges auf den Weg gebracht worden für eine gute Unternehmensführung. Aber wir dürfen hier dennoch nicht nachlassen. So ist die Mitbestimmung zwar auf betrieblicher Ebene per se nichts Schlechtes, denn Veränderungen in Unternehmen sind ohne die Mitarbeiter undenkbar. Der Einfluss von Dritten auf die Arbeitnehmerbank - auch im Zusammenhang mit der Größe des Aufsichtsrates - ist dagegen ein Thema, vor dem man sich nicht drücken darf. Auch sollten die Aufsichtsräte weiter professionalisiert werden - und möglicherweise auch verjüngt.

Die Umstrukturierung der Deutschland AG hat die deutschen Firmen internationaler, flexibler und profitabler gemacht. Die Deutschland AG ist nicht tot, doch wenn sie überleben will, muss sie sich weiter modernisieren.

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