„Schwerste Krise seit dem Krieg“
Kündigungswelle droht in der Metallindustrie

Wegen des beispiellosen Konjunktureinbruchs droht der Metall- und Elektroindustrie ein kräftiger Personalabbau.

HB BERLIN. „In Umfragen rechnen bis zu 50 Prozent unserer Mitgliedsunternehmen im Laufe des Jahres mit Beschäftigungsrückgang“, sagte der Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, am Dienstag in Berlin. Erste Unternehmen hätten bereits betriebsbedingte Kündigungen anmelden müssen. „Und es werden in absehbarer Zukunft sicher noch mehr werden“, warnte Kannegiesser. Die Metallindustrie sei in nur wenigen Monaten vom „höchsten Konjunkturgipfel in die schwerste Krise der Nachkriegsgeschichte“ geschlittert.

Die Kapazitätsauslastung in der Branche ist Anfang des Jahres auf ein Rekordtief gesunken und der Auftragseingang weiter eingebrochen. Trotz der Krise hätten die Unternehmen in der Breite auf Entlassungen verzichtet, sagte Kannegiesser. Er verwies auf Kurzarbeit und andere flexible Instrumente, die die Branche bislang vor größerem Personalabbau bewahrt hätten. Die Kurzarbeit sei allerdings ein „teures Überbrückungselement“. Wenn der Abschwung so weitergehe, könnten die Firmen den Personalüberhang nicht auf Dauer finanzieren.

Er forderte wegen der „zum Teil dramatischen Situation“ in der Branche eine weitere Entlastung der Arbeitgeber. So sollten die Arbeitsagenturen auch den Arbeitgeberbeitrag zur Sozialversicherung übernehmen: „Und zwar nicht nur, wenn die Kurzarbeit zur Qualifizierung genutzt wird.“

Viele Arbeitnehmer in besonders hart von der Krise getroffenen Metallbetrieben werden wohl auf die anstehende Tariferhöhung verzichten müssen. Der im November 2008 vereinbarte Vertrag sieht die Möglichkeit einer Verschiebung der für Mai anstehenden zweiten Erhöhungsstufe bei einer schwierigen Lage vor. „In einer sehr schlechten konjunkturellen Phase wie dieser werden Betriebe dies natürlich nutzen“, sagte Kannegiesser. Dies liege aber in der Hand der Firmen: „Daher können wir auch nicht genau sagen, wie viele es nutzen werden.“

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