Seltene Erden
Unternehmen erweitern die Produktion

Die Vormacht Chinas bei Spezialmetallen ist noch unangetastet. Doch schon im nächsten Jahr könnten Anbieter außerhalb der Volksrepublik stärker auf den Markt drängen. Der Produktionsausbau außerhalb Chinas ist um so drängender geworden, da das Land in diesem Jahr die Ausfuhren massiv verringert hat.
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PEKING, DÜSSELDORF. Die Förderer exotischer Spezialmetalle fahren angesichts weltweiter Engpässe ihre Produktion hoch. Als Reaktion auf eine Drosselung der Ausfuhr sogenannter Seltener Erden durch China versprechen der US-Anbieter Molycorp und die australische Lynas höhere Angebote auf dem Weltmarkt.

Das Reich der Mitte nimmt bisher beinahe eine Monopolstellung bei der Produktion der 17 Metalle ein, die für die Herstellung von Hightech-Produkten vom Handy über die Energiesparlampe bis zum GPS-Empfänger unabdingbar sind. Molycorp wolle seinen Ausstoß bis Ende kommenden Jahres auf 20.000 Tonnen jährlich steigern, sagte Firmenchef Mark A. Smith auf einer Tagung in Washington.

Die Nachfrage wird das Angebot deutlich übertreffen

„Der beste Plan ist es, eine starke inländische Seltene-Erden-Industrie aufzubauen“, so Smith mit Blick auf die Versorgung der Industrie, die von den Spezialmetallen abhängt. Molycorp könne etwa ein Sechstel des Weltbedarfs liefern und die Metalle deutlich preiswerter anbieten als die Marktführer aus China. Das Unternehmen ist der größte Produzent Seltener Erden außerhalb Chinas und seit über 20 Jahren in dem Segment tätig.

Auch die australische Lynas Corp. setzt auf den starken Bedarf an Seltenen Erden. Das Unternehmen investiert aktuell über 500 Millionen Dollar in die Steigerung seiner Produktion, weil das globale Angebot an Spezialmetallen die Nachfrage nicht befriedigen werde. Nach Schätzungen von Lynas wird der Bedarf bis zum Jahr 2014 jährlich um neun Prozent wachsen. Der Nachfrage von gut 190.000 Tonnen – heute sind es gut 136.000 Tonnen – werde 2014 auf ein Angebot von nur 170.000 Tonnen treffen.

Der nun geplante Produktionsausbau könnte zur Entspannung der Situation am Markt beitragen, doch gehen die Minen nicht von heute auf morgen in Betrieb. Bei Industriemetallen beispielsweise dauert es bis zu sieben Jahre bis die Produktion läuft. „Lynas werden die ersten sein, die voraussichtlich 2011 mit nennenswerten Mengen an den Markt kommen“, sagt Daniel Briesemann, Rohstoffexperte der Commerzbank. Molycorp hat sich selbst Ende 2012 als Zeitziel gesetzt.

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