Siemens-Chef Löscher
„China ist nicht mehr die Werkbank Europas“

Die deutsche Wirtschaft sieht im Geschäft mit China enorme Wachstumschancen. Im Interview erklärt Siemens-Chef Löscher, Präsident des Asien-Pazifik-Ausschusses, welche Branchen vom chinesischen Boom profitieren.
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Wie sind die Aussichten für die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen? 

Löscher: China ist heute ein ganz wichtiger Handelspartner für Deutschland, der weiterhin an Bedeutung für unsere Wirtschaft gewinnt. China bleibt auf absehbare Zeit der wichtigste asiatische Markt für deutsche Unternehmen. Umgekehrt ist Deutschland für die Chinesen der wichtigste Handelspartner in Europa. Die im Frühjahr veröffentlichten Ziele des 12. Fünfjahresplanes rücken unter anderem den Ausbau der erneuerbaren Energien und den Umweltschutz in den Mittelpunkt. Darin liegen herausragende Chancen für die deutsche Wirtschaft.

Wo gab es zuletzt Fortschritte zwischen Deutschland und China, wo drückt noch der Schuh? 

Entscheidend ist, dass es einen funktionierenden Mechanismus gibt, der etwaige Probleme schnell und effizient lösen kann. Deutschland und China arbeiten hier gut zusammen, und der APA diskutiert mit chinesischen Partnern auf Augenhöhe. Wir wünschen uns von der chinesischen Regierung, dass der Prozess der Reform und Öffnung weitergeführt wird und ausländische Firmen in China die gleichen Bedingungen und Regeln vorfinden wie ihre lokalen Wettbewerber. Dazu gehören faire Regeln in der Exportfinanzierung ebenso wie auch, dass Technologietransfer unserer Firmen auf freiwilliger Ebene geschieht. Deutliche Fortschritte wurden beim Schutz des geistigen Eigentums erzielt.

Hat sich die Atmosphäre der Zusammenarbeit unter dem Eindruck des wachsenden Selbstvertrauens Chinas verändert? 

Die Entwicklung der chinesischen Volkswirtschaft hat dazu geführt, dass China nicht mehr nur die verlängerte Werkbank deutscher Unternehmen ist, sondern mittlerweile auch in vielen Spitzentechnologien ein ernstzunehmender Wettbewerber geworden ist. Deutsche Unternehmen müssen sich anstrengen, ihre Wettbewerbsstärke zu halten und auszubauen. Gerade bei grünen Technologien haben deutsche Unternehmen eine gute Ausgangsposition, und der chinesische Markt bietet hier enorme Chancen für nachhaltiges Wachstum.

 

Wie beurteilen deutsche Firmen in China die dortige Wirtschaftsentwicklung selbst, das Thema Überhitzungsgefahr? 

Die chinesische Regierung agiert diesbezüglich sehr besonnen und dreht an den richtigen Stellschrauben. So wurden jüngst Maßnahmen ergriffen, um den Anstieg der Immobilienpreise zu dämpfen. Die Zentralbank hat den Leitzins in den vergangenen eineinhalb Jahren vier Mal erhöht. Auch der 12. Fünfjahresplan kann mit seinen Maßnahmen zur Steigerung der Qualität in der Industrieproduktion einen Beitrag leisten.

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  • Glauben denn die deutschen Wirtschaftsbosse sie könnten mit
    China wirklich die großen Geschäfte machen !
    Die Chinesen werden sich die DAX Unternehmen vornehmen u.
    diese dann selbst beherrschen .
    Dann können die deutschen Manager in die Wüste gehen !
    Die Chinesen werden ihr sozialistisches System anwenden .
    Chinesische Arbeiter werden hier eingesetzt u. die Deutschen sind arbeitslos!
    China will die wirtschaftliche u. militärische
    Weltherrschaft !
    Wer das nicht glaubt ,dem ist nicht zu helfen !!!

  • Deutsche Unternehmen verdienen sich eine goldene Nase am Boom in Asien. Deutsche Arbeitnehmer gucken in die Röhre, weil der Wachstumsmarkt Asien nicht für Arbeitsplätze in Deutschland taugt.

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