Siemens sieht Felle schwimmen
GE bessert Angebot für Alstom auf

In der Übernahmeschlacht um Alstom werden die Aussichten für Siemens schlechter. General Electric hat beim Angebot nachgebessert. GE-Chef Immelt gab im Parlament ein gutes Bild ab – und verspricht Hollande neue Jobs.
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Paris/DüsseldorfGeneral Electric (GE) hat nach Angaben der französischen Regierung sein Angebot für die Alstom-Energietechnik aufgebessert. Insbesondere in Sachen Arbeitsplätze habe der amerikanische Siemens-Rivale nachgelegt, teilte das Präsidialamt in Paris am Mittwoch mit.

In dem Verhandlungspoker ist Frankreichs Präsident François Hollande am Mittwoch mit GE-Chef Jeffrey Immelt zusammengekommen. Immelt habe Holland zugesagt, innerhalb von drei Jahren 1000 neue Stellen in Frankreich zu schaffen, verlautete aus dem Umfeld der Gespräche.

Hollande und Immelt hatten bereits Ende April über die Verhandlungen gesprochen. Aus Sicht des Staatschefs ist das GE-Angebot über 12,35 Milliarden Euro nicht ausreichend. Die französische Regierung hatte Mitte Mai ihre Interventionsrechte bei Übernahmen gestärkt. Sie will keine für Frankreich nachteilige Entscheidung des Alstom-Verwaltungsrats akzeptieren.

GE-Chef Immelt hatte am Vorabend im Wirtschaftsausschuss des französischen Parlaments angekündigt, einen detaillierten Plan vorzustellen, wie GE nach einer Übernahme die Zahl der Arbeitsplätze in Frankreich steigern und neue Werke eröffnen werde. Zudem bot er eine Kooperation in der Bahnsignaltechnik unter Führung von Alstom an.

Siemens-Chef Joe Kaeser hatte seinen Pariser Statthalter Christophe de Maistre ausrichten lassen, er sei gerne bereit, seinerseits den Siemens-Vorschlag den Politikern zu erklären. Der Münchner Konzern will bis zum 16. Juni sein Angebot fertig haben. Das von GE läuft bis 23. Juni.

Doch es droht Ungemach: Die EU-Kommission würde nach Einschätzung des Bundeskartellamts eine Übernahme des Energiegeschäfts von Alstom durch Siemens wohl genau unter die Lupe nehmen. „Siemens/Alstom: Das ist mit Sicherheit - wenn es ein Fall wird - ein Fall, der bei der Kommission geprüft werden wird“, sagte der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, am Dienstagabend vor der Wirtschaftspublizisitischen Vereinigung Düsseldorf. „Da sind sicherlich Bereiche zu identifizieren, die nicht ganz einfach sind.“

Diese müsse man sich dann ganz genau ansehen. Siemens will von den Franzosen das Energiegeschäft übernehmen, diese bekämen die Mehrheit der Zugtechnik von Siemens.

Der Kartellamtschef geht davon aus, dass der Fall nicht bei ihm, sondern in Brüssel landen würde. Nach einer Faustformel muss die EU-Kommission Übernahmen prüfen, sobald die beteiligten Unternehmen zusammen auf einen Umsatz von fünf Milliarden Euro kommen.

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Kommentare zu " Siemens sieht Felle schwimmen: GE bessert Angebot für Alstom auf"

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  • Ich verstehe die Siemens-Führung nicht. Würden sie klar denken, würden sie das GE-Angebot für Alstom nachdrücklich und freudestrahlend unterstützen, notfalls sogar mit ein paar geschenkten Milliarden unterstützen. Etwas Besseres kann für Siemens eigentlich gar nicht passieren, als daß der US-Konkurrent mit dem französischen Konkurrenten zusammengeht. Eine US-französische Zusammenarbeit klappt ja bekanntlich IMMER "hervorragend" weil sich die jeweiligen Arbeits-Mentalitäten so prima ergänzen. Damit ist das wirklich eine Fusion, die (extra für Siemens) im Himmel geschmiedet wird: die Konkurrenz schlägt sich selbst aus dem Feld.

  • "Siemens sieht Felle schwimmen"

    Ist heute wieder 'Tag des Praktikanten'?

    Es muß heißen: DAVONschwimmen!

    Es fällt auf, daß in letzter Zeit vermehrt Artikel im HB erscheinen, deren gruselige Fehler man nicht mit "vertippt" entschuldigen kann.

    Qualitätsjounalismus ist anders

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