Siemens-Umbau
Joe Kaeser streicht Stellen – und lagert Jobs aus

Siemens-Chef Kaeser treibt den Wandel zum digitalen Unternehmen mit weiteren Stellenstreichungen voran. Auch die Probleme in einzelnen Geschäftsfeldern kosten weitere Jobs. Eine Abteilung ist besonders betroffen.
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MünchenInsgesamt läuft es bei Siemens derzeit ja gut. Im Januar konnte Konzernchef Joe Kaeser die Prognose anheben, vergangene Woche legte der Technologiekonzern mit guten Quartalszahlen nach. Doch irgendwo im weitverzweigten Portfolio wird ständig gefeilt, restrukturiert und optimiert.

Am Donnerstag kündigte Siemens nun „gezielte Effizienzverbesserungen in einzelnen Geschäften“ an. In Deutschland sollen über mehrere Jahre knapp 1700 Arbeitsplätze wegfallen. Weitere 1000 Jobs werden zu externen Dienstleistern oder innerhalb des Konzerns verlagert.

Die Arbeitnehmer sind bereits alarmiert. Gewerkschaft und Betriebsrat würden sich die verkündeten Maßnahmen sehr kritisch ansehen, hieß es bei der IG Metall. „Die immer wieder propagierte Ruhe im Unternehmen bleibt ein hehres Ideal.“

Besonders stark betroffen ist der Standort Fürth mit dem Wegfall von 450 Arbeitsplätzen. Die Vorzeige-Division Digitale Fabrik produziert hier ein sehr breites Portfolio, von Türsteuerungen bis zu Autobahnnotrufsäulen. Siemens will sich in Fürth auf weniger Produkte konzentrieren, um das Werk profitabler zu machen. In der Digitalen Fabrik fallen zudem 150 weitere Stellen weg, unter anderem in Amberg. Zudem sollen bestehende Logistiklager auf ein neues Logistikzentrum in der Region Amberg konzentriert werden. Dabei werden Stellen verlagert.

Auch in der Bahntechnik, die zuletzt insgesamt operative Fortschritte macht, fallen Stellen weg. In der Sparte kämpft Siemens wegen der Konkurrenz aus China mit einem deutlichen Preisverfall. „Die sehr starke Intensivierung des Wettbewerbs des weltweiten Bahngeschäfts hat natürlich auch Konsequenzen für uns“, sagte Jochen Eickholt, Chef der Sparte Mobility. Am Standort Krefeld fallen deshalb rund 300 Arbeitsplätze weg.

Zudem sind Einschnitte in der konzerneigenen IT geplant, hier fallen 650 Stellen weg, weitere 700 sollen an externe Anbieter gehen. „Die Neugestaltung der Unternehmens-IT spielt zweifellos eine Schlüsselrolle für Siemens beim Wandel hin zum digitalen Industrieunternehmen“, erklärte Siemens-Vorstand Michael Sen. „Dies werden wir entschlossen angehen und damit auch unsere Flexibilität erhöhen.“ Schließlich räumt Siemens auch in der Ausbildung auf, hier werden 180 Stellen von Ausbildern und anderen Beschäftigten gestrichen.

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  • Tja, alles Dank der Grün Sozialistischen Merkel Regierung.

  • Was heißt das nun für die Facharbeiter, welche alle den mühsamen Weg hierher gefunden haben?
    Werden die nicht sofort von Siemens beschäftigt, einer der Konzerne, die am allerlautesten rausposaunten, man brauche dringend solche Menschen hier, Facharbeitermangel überall!

  • Man muss aber auch ehrlicherweise sagen, dass die Menschen diese Entwicklung aktiv unterstützen.
    Interessant ist, wie die Leute die Selbstbedienungskassen annehmen, fasziniert von selbstfahrenden Autos sind, nur noch Handys für Fotos nutzen, Dinge im Netz bestellen, Läden nur noch zur info und zum ausprobieren betreten,
    So wird der eigene Arbeitsplatz verschwinden.

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