Sinkende Absatzzahlen
Mercedes drosselt die Produktion der C-Klasse

Der Automobilhersteller Daimler-Chrysler fährt die Produktion der Mercedes-Benz C-Klasse im Stammwerk Sindelfingen zurück.

mwb/STUTTGART. Der Automobilhersteller Daimler-Chrysler fährt die Produktion der Mercedes-Benz C-Klasse im Stammwerk Sindelfingen zurück. „Ab Januar wird in der Montage nur noch im Ein-Schicht-Betrieb statt wie bisher in zwei Schichten gearbeitet“, bestätigte ein Unternehmenssprecher einen Bericht der „Stuttgarter Zeitung“. Grund dafür seien die Produktionsplanungen für das kommende Jahr.

Zu den genauen Stückzahlen wollte er sich nicht äußern. In den ersten zehn Monaten von 2005 ging der Absatz der C-Klasse um 13 Prozent auf 335 600 Einheiten zurück. Zwar sind sinkende Verkaufszahlen gegen Ende des Produktzyklus in der Autoindustrie üblich, doch fallen diese bei der C-Klasse heftiger aus als erwartet. Das zeigt ein Vergleich mit Konkurrent BMW: Beim Auslaufen der 3er-Reihe vor zwei Jahren hatte man dort deutlich weniger Probleme. Die Verkäufe der Bayern waren vor dem Modellwechsel im vergleichbaren Zeitraum nur um knapp sechs Prozent zurückgegangen. Dabei hatten sie in den ersten zehn Monaten mit 441 000 verkauften 3er-BMW deutlich mehr Fahrzeuge abgesetzt. Der neue 3er ist seit dem Frühjahr 2005 auf dem Markt. Die Stuttgarter bringen ihr Nachfolgemodell voraussichtlich 2007 auf den Markt.

Die C-Klasse montiert Mercedes an vier Standorten. Der Rohbau in Sindelfingen beliefert diese Werke, ist deshalb nicht von der Drosselung betroffen und fährt weiter in zwei Schichten. Auf die C-Klasse entfällt etwa ein Drittel der Fertigung im größten Werk des Autokonzerns. Mercedes baut derzeit wegen seiner Überkapazitäten 8 500 Stellen ab, davon 3 600 im Werk Sindelfingen.Kein Wunder, dass die Beschäftigten hoffen, dass die neue C-Klasse die Rückkehr in die Erfolgsspur schaffen wird. Mercedes droht sonst weiteren Boden in der Mittelklasse zu verlieren. In diesem Jahr wird die Marke BMW aller Voraussicht nach wiederum Mercedes im Absatz hinter sich lassen – eine Entwicklung die Autoexperten noch vor zehn Jahren für undenkbar hielten.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres hat die Mercedes Car Group einen operativen Verlust von einer halben Mrd. Euro eingefahren, vor allem wegen der hohen Verluste von Smart. Mercedes war wegen Qualitäts- und Absatzproblemen Ende 2004 in die Krise geraten. Zuletzt gab es aber im dritten Quartal wieder einen deutlichen Aufwärtstrend.

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