Sinkende Ölpreise erwartet
OMV bleibt unter den Erwartungen

Mitteleuropas größter Öl- und Gasversorger leidet unter den hohen Energiepreisen für seine Raffinerien. Langfristig rechnet der Chef des österreichischen Konzerns aber nicht mit einem hohen Ölpreis.

oli WIEN. Der österreichische Energiekonzern OMV hat im ersten Halbjahr ein kräftiges Ergebnisplus erzielt, allerdings blieb der Zuwachs beim Betriebsergebnis (Ebit) unter den Erwartungen der Analysten: Mit einem Ergebnis von 1,16 Mrd. Euro meldete der führende Öl- und Erdgaskonzern Mitteleuropas zwar eine Steigerung von 24 Prozent. Analysten hatten im Durchschnitt aber einen Anstieg von fast 30 Prozent auf 1,24 Mrd. Euro erwartet. Prompt gab die Aktie an der Börse in Wien gestern nach.

Der Umsatz des Unternehmens stieg um 28 Prozent auf 8,9 Mrd. Euro. Sowohl beim Ergebnis wie beim Umsatz verlangsamte sich das Wachstum im zweiten Quartal leicht, was den Kurs zusätzlich unter Druck gebracht haben dürfte. Analysten wie die von Merrill Lynch halten die Aktie dennoch derzeit für einen guten Kauf. Nur wenn es zu einem deutlichen Rückgang beim Ölpreis komme, gerate die OMV-Aktie grundsätzlich unter Druck.

„Ölpreis wird langfristig fallen“

Konzernchef Wolfgang Ruttensdorfer rechnet mittelfristig mit einem Ölpreis, der sich „bei 60 bis 70 Dollar“ pro Barrel einpendeln sollte. Er glaubt nach wie vor daran, dass der Preis langfristig fallen wird. Ruttensdorfer machte im Handelsblatt deutlich, dass OMV vom hohen Ölpreis nicht nur profitiere. Insbesondere das Raffineriegeschäft, wo der Konzern Rohöl weiterverarbeitet, leidet unter dem hohen Ölpreis. Für das Gesamtjahr erwartet der OMV-Chef dennoch ein Rekordergebnis.

OMV ist vor allem in Osteuropa aktiv. So wächst der Anteil überproportional, den der größte Zukauf der vergangenen Jahre, die rumänische Petrom, beisteuert: Sie steigerte ihr Ergebnis um 65 Prozent auf 170 Mill. Euro im zweiten Quartal. Auch in der Türkei sind die Österreicher aktiv. Sie besitzen seit Mai ein Drittel an der türkischen Petrol Ofisi. Diesen Anteil weiter zu erhöhen, ist zunächst nicht geplant. „Wir sind in der Türkei noch nicht zu Hause“, sagte Ruttensdorfer.



Restrukturierung bei Bayernoil

Heimisch fühlen sich die Österreicher dagegen in Süddeutschland, wo sie eine Restrukturierung bei Bayernoil planen. Sie wollen hier die Raffinerien so umbauen, dass die Produkte den geänderten Kundenbedürfnissen entsprechen: Sie sollen künftig mehr Diesel und weniger Benzin produzieren. Erheblich unter Druck geraten seien die Tankstellenmargen, räumt Ruttensdorfer ein. Hier schlägt sich etwa Deutschland eine sinkende Nachfrage wegen der hohen Treibstoffpreise nieder. Unterm Strich sind die Verkaufsmengen an den OMV-Tankstellen allerdings weiter um acht Prozent auf 8,8 Mill. Tonnen gestiegen. Ende Juni hatte das Unternehmen – Petrom eingerechnet – 2520 Tankstellen. Die ursprünglich für 2008 angepeilten 20 Prozent Marktanteil in Mitteleuropa wurden damit bereits erreicht.

Im Bereich Erdgas wollen die Österreicher das Gasgeschäft bei Petrom weiterentwickeln. Dabei konzentrieren sie sich vor allem auf das Projekt der Nabucco-Pipeline, die Gas von der Türkei nach Österreich transportieren soll. Das Projekt kommt voran: Ende Juni haben die Minister der Türkei, Rumäniens, Bulgariens, Ungarns und Österreichs sowie der Energiekommissar der EU eine gemeinsame Unterstützungserklärung unterzeichnet.

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