Solarbranche
Von der Sonne verwöhnt

Q-Cells steigert den Umsatz im ersten Halbjahr um 65 Prozent, Solarworld meldet ein um gut 40 Prozent verbessertes Ergebnis vor Zinsen und Steuern, und Centrotherm erwartet für das kommende Jahr eine Verdoppelung des Gewinns - der Boom der Solarbranche scheint ungebrochen.

DÜSSELDORF. Die Unternehmen der Solarbranche schrauben ihre Prognosen unverdrossen nach oben. Dabei sah es zunächst zumindest für Deutschland, den noch immer weltweit größten Markt für Photovoltaik, so aus, als könne der Boom stocken. Die Neufassung der Einspeisevergütung, die Erzeuger von Solarstrom bekommen, hatte Unternehmen und Kunden verunsichert. Doch mit einer Senkung um rund acht Prozent ist der Einschnitt geringer ausgefallen, als von der Industrie befürchtet.

"Der deutsche Markt ist mit einem blauen Auge davon gekommen", sagt Matthias Fawer, Solaranalyst der Schweizer Bank Sarazin. Die Nachfrage nach Solaranlagen ist weiter hoch. Im vergangenen Jahr wuchs der europäische Solarmarkt nach Schätzung des Branchendienstes Solarbuzz um 87 Prozent auf 2 157 Megawatt, was immerhin der Leistung von zwei Atomkraftwerken entspricht. Davon entfiel etwas mehr als die Hälfte auf den deutschen Markt mit 1 328 Megawatt.

Für dieses Jahr erwarten Experten weiterhin eine hohe Nachfrage, vor allem wenn die Haushalte weiter so hohe Preissteigerungen für Energie schlucken müssen. Für Deutschland könnte es sogar einen noch stärkeren Anstieg geben. Anne Kreutzmann, Chefredakteurin der Fachzeitschrift "Photon", hat eine regelrechte Torschlusspanik ausgemacht. Da die niedrigere Förderung für Solarstrom erst von 2009 an gilt, wollen viele noch dieses Jahr ihre Solaranlage aufs Dach stellen. Kreutzmann hält diese Eile für unbegründet, da nächstes Jahr die Preise für Solarmodule sinken würden, vielleicht sogar stärker als die Förderung.

Die Unternehmen haben sich auf die anstehende Preissenkung eingestellt. Frank Asbeck, Chef der Bonner Solarworld, hält die Absenkung für "sportlich, aber machbar". Kreutzmann von "Photon" sagt: "Das steckt die Branche locker weg."

Viele Unternehmen starten jetzt erst die industrielle Großproduktion und fahren hohe Rationalisierungsfortschritte ein. Anlagenbauer wie Roth & Rau entwickeln Fertigungsanlagen für die Solarindustrie, die Erfahrungen aus dem konventionellen Maschinenbau auf die noch junge Solarbranche übertragen.

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