Solarkraft
Ex-Chef von Solar Millennium erhebt schwere Vorwürfe

Der Solarkraftwerksbauer Solar Millennium kommt nicht zur Ruhe. Der frühere Vorstandschef Utz Claassen erhebt schwere Vorwürfe gegen den Aufsichtsrat des Erlanger Unternehmens. Streitpunkt dabei: ein Businessplan.
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DüsseldorfDer frühere Vorstandschef Utz Claassen fühlt sich „vom Aufsichtsrat der Solar Millennium AG massiv getäuscht, und zwar vorsätzlich und arglistig“. Das sagte Claassens Anwalt Frank Silinger dem Handelsblatt(Donnerstagsausgabe). Der Ex-Chef des Energiekonzerns EnBW hatte überraschend am 1. Januar 2010 den Vorstandsvorsitz bei der mittelständischen Solarfirma übernommen. Ebenso überraschend trat er wenig später am 15. März wieder ab. Die wirklichen Gründe für sein Ausscheiden wurden bis heute nicht ganz klar.

Claassen wollte sich vor seinem Amtsantritt beim Erlanger Spezialisten für solarthermische Kraftwerke absichern. So forderte er nach Angaben Silingers einen Businessplan. Der wurde „unmittelbarer und elementarer Bestandteil seines Dienstvertrags“. Nach Angaben von Claassens Anwalt ging der Businessplan für das Geschäftsjahr 2009/10 von einem Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 88,969 Millionen Euro aus. Tatsächlich erreichte die Firma nach eigenen Angaben aber nur ein Ebit von 0,7 Millionen Euro. Claassen sieht sich deshalb vom Aufsichtsrat beim Ebit-Wert „im Maßstab von mehr als 1:100 getäuscht“. Der Solar-Millennium-Aufsichtsrat hält diesen Vorwurf für abwegig, sagte ein Sprecher des Kontrollgremiums.

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