Sonderdividende
Eon kämpft um Endesa

Eon will den größten spanischen Versorger für rund 29 Mrd. Euro übernehmen, stößt dabei aber auf Widerstand der spanischen Regierung, die eine konkurrierende Offerte des heimischen Unternehmens Gas Natural unterstützt.

ESSEN. Eon-Chef Wulf Bernotat hat seine Aktionäre auf einen langen Übernahmekampf um Endesa eingeschworen. „Die Partie ist eröffnet. Um sie erfolgreich zu gestalten, brauchen wir einen langen Atem – und den, meine Damen und Herren, den haben wir auch“, bekräftigte er gestern auf der Hauptversammlung in Essen.

Der Energiekonzern sei zwar weiterhin zuversichtlich, dass die Endesa-Aktionäre zu Beginn der zweiten Jahreshälfte über die Offerte entscheiden könnten, es gebe aber Unwägbarkeiten. „Wir werden die Endesa-Übernahme beharrlich Schritt für Schritt weiterverfolgen, so wie Sie das bei unseren anderen Großprojekten gesehen haben“, betonte Bernotat. Bei den Aktionären trafen die Pläne größtenteils auf Zustimmung.

Eon will den größten spanischen Versorger für rund 29 Mrd. Euro übernehmen, stößt dabei aber auf Widerstand der spanischen Regierung, die eine konkurrierende Offerte des heimischen Unternehmens Gas Natural unterstützt. Madrid hat eigens ein Dekret erlassen, das der nationalen Energieaufsicht CNE erlaubt, die Übernahmepläne des deutschen Konzerns zu blockieren. Eon bekommt zwar Schützenhilfe von der EU-Kommission, die Eons Pläne bereits gebilligt hat und Spanien wegen des Dekrets verklagen will. Die juristische Auseinandersetzung kann aber lange dauern.

Klaus Schneider, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), sieht in der geplanten Übernahme einen „großen Wachstumsschub“. Zwar sei der Kaufpreis hoch, die Aktionäre würden aber dennoch profitieren. „Die geplante Übernahme eröffnet weitere Kursphantasie.“ Thomas Hechtfischer von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) forderte Bernotat auf, in der Partie um Endesa „weiter auf Sieg zu spielen“ und nicht zu früh Zugeständnisse zu machen.

Mit Spannung wartet Eon nun auf die Entscheidung der CNE. Eon setzt dabei auf den Druck, den die EU-Wettbewerbskommission aufgebaut hat. Diese hat bereits angekündigt einzuschreiten, falls die CNE im Gegensatz zur EU die Übernahme blockieren sollte. Eon sei fest davon überzeugt, alle „sachgerechten Anforderungen“ der CNE zu erfüllen, betonte Bernotat. Spekulationen spanischer Medien, Eon könnte sich im Zuge des Genehmigungsprozesses mit einem Anteil von unter 50 Prozent zufrieden geben, trat er entschlossen entgegen: „Auf jeden Fall strebt Eon eine Mehrheitsbeteiligung an.“

Erfreut waren die Aktionäre über den 30prozentigen Anstieg der Eon-Aktie und die üppige Dividende. Eon hat die Ausschüttung je Aktie um 17 Prozent auf 2,75 Euro erhöht und zahlt zudem eine Sonderdividende von 4,25 Euro aus dem Verkauf der Beteiligung am Spezialchemiekonzern Degussa. DSW-Vertreter Hechtfischer sprach von einer „sensationellen“ Dividende. Allerdings würden sich die Eon-Aktionäre schnell an solche Sonderdividenden gewöhnen. So sei zu hinterfragen, ob der Konzern seine Beteiligung von 6,4 Prozent am russischen Gazprom-Konzern, die inzwischen 14 Mrd. Euro wert ist, nicht reduzieren oder verkaufen könne. Bernotat weist solche Überlegungen allerdings zurück. Es sei davon auszugehen, dass die Gazprom-Beteiligung noch an Wert gewinnen werde.

Seite 1:

Eon kämpft um Endesa

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%