Sondierungsgespräche bestätigt
Heidelberg Cement wirbt um Readymix

Deutschlands größter Zementhersteller Heidelberg Cement befindet sich mit dem britischen Baustoffunternehmen RMC in Sondierungsgesprächen hinsichtlich einer möglichen Übernahme des Deutschland-Geschäfts von deren Tochter Readymix.

HB HEIDELBERG. „Ich kann bestätigen, dass wir uns in Sondierungsgesprächen mit RMC über die Readymix AG befinden. Die Gespräche sind in einem frühen Stadium“, sagte ein Sprecher der Heidelberg Cement am Mittwoch. Einen Kommentar zu Details der Gespräche lehnte er ab. Der Aktienkurs des im MDax gelisteten Unternehmens notierte im frühen Handel mit 0,32 % im Plus kaum verändert bei 31,60 €. RMC-Aktien kletterten zeitweise um 5,8 %.

Auch RMC bestätigte die Gespräche mit Heidelberg Cement. „Diese Interessebekundung ist in einer sondierenden Phase und es gibt keine Gewissheit, dass es zu einem Verkauf führen könnte“, teilte RMC am Mittwoch in London mit. Das Interesse werde gemeinsam mit anderen Optionen für das deutsche Geschäft geprüft. Anfang September hatte RMC angekündigt, die Talsohle bei der verlustträchtigen Tochter Readymix sei absehbar. Nun würden verschiedene Optionen überlegt. Anders als vor einem Jahr schloss der Konzern einen Verkauf nicht mehr aus. Readymix beschäftigt nach eigenen Angaben rund 4300 Mitarbeiter und erzielte 2002 einen Umsatz von über einer Milliarde Euro.

Zuvor hatte die Zeitung „Die Welt“ (Mittwochausgabe) unter Berufung auf Aufsichtsratskreise und interne Unterlagen berichtet, innerhalb der kommenden vier Wochen werde ein verbindliches Angebot der Heidelberger an RMC im hohen dreistelligen Millionenbereich erwartet. Um kartellrechtliche Bedenken zu umgehen, werde die Übernahme über einen Finanzinvestor laufen. Später sollten die Vermögenswerte von Readymix an Heidelberg Cement sowie den Züricher Zementkonzern Holcim verkauft werden. Der Rest von Readymix solle in Insolvenz geschickt werden, um in Deutschland eine Marktbereinigung zu erreichen. Dem Kartellamt liegt nach eigenen Angaben noch keine Anmeldung für eine mögliche Übernahme vor.

Der deutsche Zementmarkt war wegen einer schwachen Auftragslage und heftiger Preiskämpfe in den vergangenen Monaten äußerst schwierig. Heidelberg Cement musste im ersten Halbjahr einen operativen Gewinneinbruch um mehr als die Hälfte verkraften. Vor kurzem hatte die weltweite Nummer vier aber ein Ende des rapiden Preisverfalls auf dem deutschen Markt und damit ein allmähliches Ende der Krise gesehen. Erstmalig wieder konnte Heidelberg Cement seine Zementpreise zum September erhöhen. Im vergangenen April hatte das Bundeskartellamt sechs führende Zementhersteller eine Rekordbuße von insgesamt 660 Mill. € wegen jahrelanger Preisabsprachen verhängt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%