Sorgenkind
VW setzt Stackmann an Seat-Spitze

James Muir wird als Chef bei Seat abgelöst. An seine Stelle bei der spanischen VW-Tochter tritt der Deutsche Jürgen Stackmann. Muirs Amtszeit ist geprägt von roten Zahlen – er soll eine leitende Funktion bei VW bekommen.
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MadridEin neuer Chef eilt zur Rettung der kriselnden spanischen VW-Tochter Seat: Der 51-jährige Deutsche Jürgen Stackmann wurde zum neuen Vorstandsvorsitzenden des Automobilherstellers aus Martorell bei Barcelona ernannt. Wie Seat am Montag auf seiner Homepage mitteilte, tritt Stackmann die Nachfolge von James Muir (54) an, der den Angaben zufolge eine leitende Funktion im Volkswagen-Konzern übernimmt und direkt an den Vorstand berichten wird.

Die Amtszeit des im September 2009 zum Seat-Chef berufenen Muir war von Verlusten geprägt. Im vergangenen Jahr hatte das VW-Sorgenkind zwar seine Ergebnisse verbessern können, weiterhin aber rote Zahlen geschrieben. Die Nettoverluste 2012 waren im Vergleich zum Vorjahr um gut die Hälfte auf 30 Millionen Euro gesunken.

Spanische Medien schrieben in ersten Reaktionen, die wichtigste Herausforderung werde für Stackmann nun sein, von VW den Zuschlag für die Herstellung eines neuen SUVs zu bekommen. Seat wolle zudem versuchen, mit dem Starprodukt des Unternehmens, dem Kompaktwagen Leon, richtig Fuß in lebenswichtige Märkte wie China oder Russland zu setzen.

Obwohl er die Präsenz der Marke in Nordafrika und Lateinamerika gestärkt und vor einem Jahr auch den Markteintritt Seats in China eingeläutet habe, habe Muir nicht schnell genug die Abhängigkeit des Herstellers von den krisenerschütterten Märkten Südeuropas reduzieren können, analysierte das Wirtschaftsportal „Economía Digital“.

Ein VW-Sprecher wollte sich zu Muirs neuer Funktion im Volkswagen-Konzern nicht äußern und verwies darauf, dass Details später mitgeteilt werden sollten. Er ließ auch offen, ob es sich um eine neu geschaffene Führungsposition handele oder ob Muir seinerseits wieder jemanden ablöse.

Die Arbeitnehmer in Martorell nahmen die Nachricht vom Wachwechsel an der Spitze unterdessen mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis. „Seat kann nicht alle paar Jahre einen neuen Präsidenten haben, weil das doch erheblich destabilisiert“, meinte Betriebsratschef Matías Carnero. Man hoffe aber, dass Stackmann neue Fahrzeugmodelle nach Spanien holen und auf die Gewerkschaften hören werde, sagte Carnero der Nachrichtenagentur efe.

Nach Firmenangaben kam Stackmann am Montagnachmittag bereits zu einem ersten Gespräch mit leitenden Managern Seats zusammen, auch ein Treffen mit Gewerkschaftsvertreten sei geplant, hieß es.

Der Bankkaufmann und Diplom-Betriebswirt begann seine Karriere 1989 bei Ford. 2010 wechselte Stackmann zu VW, wo er zunächst bei ¦koda Auto das Ressort Vertrieb und Marketing leitete. Seit vergangenem September war er für das Marketing des Volkswagen- Konzerns und der Marke Volkswagen Pkw verantwortlich.

Seat ist inzwischen in 77 Ländern präsent. Insgesamt lieferte man im vorigen Jahr 321 000 Fahrzeuge aus, 8,3 Prozent weniger als 2011. Der Umsatz stieg unterdessen um 22 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro. Muir hatte jüngst eingeräumt, dass das Unternehmen voraussichtlich entgegen den Planungen von VW auch 2013 keine Gewinne erwirtschaften werde.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Besser wäre es, VW würde auf einen Diversifizierungs-Konzern gehen, denn diese Monokultur wird dieser Konzern
    langfristig nicht überleben.

  • Der SEAT LEON 1M war ein Auto mit Charakter. Das Nachfolgemodel (1P) ein absehbarer Misserfolg. Schaun wie sich der neue LEON etabliert. Den Arosa aus dem Sortiment zu nehmen war ebenfalls ein Fehler, der aktuell korrigiert wurde mit dem Mii, bei VW der UP. Der Toledo wurde durch dieses Zwischenmodel mit dem "Rucksack" dermaßen durch den Kakao gezogen, dass der Name Toledo verbrannt ist. Tja, da haben die Manager viel vor sich ...

  • SEAT - Marke und Logo sind "schwierig". Das ist das eigentliche Problem.

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