„Sozialdemokraten haben sich bewegt“
Wirtschaft begrüßt Unternehmensteuerreform

Die von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) geplante Unternehmensteuerreform trifft in der Wirtschaft auf Zustimmung. „Bei der Unternehmensteuerreform ist die große Koalition durchaus auf einem vernünftigen Weg“, sagte Hanns-Eberhard Schleyer, Generalsekretär des Zentralverbandes des deutschen Handwerks (ZDH).

BERLIN. „Es ist wichtig und richtig, dass die Kapitalgesellschaften bei der Körperschaftsteuer deutlich entlastet werden", sagte er dem Handelsblatt. "Ich begrüße es darüber hinaus, dass inzwischen offenbar in der Koalition der von uns vertretene Ansatz unterstützt wird, dass die Unternehmenssteuerreform auch einen Beitrag zur stärkeren Bildung von Eigenkapital leisten muss. Die aktuell diskutierte Rücklage für Personenunternehmen ist ein wichtiger Schritt, sich diesem Ziel anzunähern."

Steinbrück will mit der Unternehmensteuerreform ab 2008 den Körperschaftsteuersatz auf 12,5 Prozent halbieren und die Gewerbesteuermesszahl von fünf auf vier Prozent senken. Die Gesamtsteuerlast für Kapitalgesellschaften soll von 38,65 auf 29,19 Prozent sinken. Steinbrück erwägt in seinem Konzept eine steuerfreie Investitionsrücklage bis zu 100.000 Euro. Im Gespräch mit der Union sei aber auch, statt dessen einbehaltene Gewinne von Personengesellschaften generell steuerlich zu begünstigen.

Auf Ablehung in der Wirtschaft und in der Union stößt allerdings Steinbrücks Plan, zur Gegenfinanzierung künftig auf jeweils 50 Prozent aller Zinsen, Mieten, Pachten, Leasingraten und Lizenzgebühren Gewerbe- und Körperschaftsteuer zu erheben. Dies lehnt auch das Handwerk ab. "Selbst wenn es dann großzügige Freibeträge für den Mittelstand gäbe, würden wir dem nicht zustimmen, weil wir es grundsätzlich für falsch halten, die Substanzsteueranteile noch auszuweiten", sagte er.

CDU-Mitglied Schleyer warnte die Union und die Wirtschaft aber davor, die Gewerbesteuerpläne zum Anlaass zu nehmen, die Reform jetzt zu zerreden. „Wir sollten auch anerkennen, dass sich die Sozialdemokraten in den vielen Gesprächen durchaus bewegt haben und bei ihnen die erheblichen Vorbehalte gegen eine Entlastung von Unternehmen einer offeneren Betrachtungsweise gewichen sind“, sagte er.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%