Spartenverkauf droht zu scheitern
US-Aufseher machen Philips Probleme

Mit dem Verkauf seiner Sparte für Autobeleuchtung und LED-Komponenten will Philips Milliarden einnehmen. Doch jetzt schießt eine US-Aufsichtsbehörde quer. Trotz guter Zahlen sind die Anleger enttäuscht.

AmsterdamDer Elektronikkonzern Philips bekommt beim Konzernumbau Gegenwind. Der Ende März angekündigte Verkauf der Sparte für LED- und Autolicht-Bauteile an einen chinesischen Investor stoße auf Bedenken einer US-Aufsichtsbehörde und sei deshalb unsicher, teilte Philips am Montag in Amsterdam mit. Philips und der Käufer GO Scale Capital würden jetzt alles tun, um die Zweifel der US-Behörde zur Aufsicht ausländischer Investitionen (CFIUS) auszuräumen. Es sei jedoch noch nicht klar, ob das gelingt.

Das operative Geschäft bei Philips lief hingegen zuletzt weiter gut. Im dritten Quartal profitierte das in einigen Bereichen mit Siemens konkurrierende Unternehmen wie schon zuletzt von besser laufenden Geschäften in der größten Sparte mit Medizintechnik.

Der Verkauf der Sparte mit dem Namen Lumileds ist Teil der Trennung vom Lichtgeschäft insgesamt. Philips hatte Ende März angekündigt, 80,1 Prozent an Lumileds an ein Konsortium um den chinesischen Finanzinvestor GO Scale Capital verkaufen und den Rest behalten zu wollen. Die Sparte wurde bei der Transaktion insgesamt mit 3,3 Milliarden Dollar (rund 3 Mrd Euro) bewertet. Von dem Verkauf der Mehrheit verspricht sich der Konzern einen Bruttoerlös von rund 2,8 Milliarden Dollar.

Die im EuroStoxx 50 notierte Aktie verlor in den ersten Handelsminuten nach dem Höhenflug der vergangenen Wochen rund drei Prozent an Wert. Daran konnte auch das gute Zahlenwerk zum dritten Quartal nichts ändern.

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Unternehmenswerte (Ebita) sei um ein Fünftel auf 570 Millionen Euro geklettert. Neben dem Umsatzplus trieben vor allem Kostensenkungen das Ergebnis. Der Erlös legte um 12 Prozent auf 5,84 Milliarden Euro zu - wobei ein Großteil auf den schwachen Euro zurückzuführen war. Ohne die Effekte aus Währungsumrechnungen und Zukäufen wäre der Umsatz um zwei Prozent gestiegen.

Das vor mehr als 120 Jahren gegründete Unternehmen steckt derzeit in einem tiefgreifenden Umbau. Konzernchef Frans van Houten will sich vom kompletten Lichtgeschäft trennen und Philips damit noch stärker auf die Medizintechnik ausrichten. Abgesehen von dem jetzt wieder wackelnden Verkauf des Geschäfts mit Bauteilen für LED-Lampen und Autolicht verlaufe die Abspaltung der Lichtbereiche nach Plan.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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