Spirituosen
Rum und Gin fehlen noch im Campari-Sortiment

Trotz der Krise freut sich der Spirituosenhersteller Campari über ein florierendes Geschäft. Am stärksten fällt das Wachstum auf dem deutschen Markt aus. Um den perfekten Markencocktail zu mixen, fehlen dem Konzern, laut Vorstand Kunze-Concewitz, aber noch Rum und Gin im Sortiment. Die Suche läuft.
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SESTO SAN GIOVANNI. Der italienische Spirituosenhersteller Davide Campari hält bereits Ausschau nach möglichen Zukäufen im kommenden Jahr. Erst im Sommer hat Campari die Whiskey-Marke "Wild Turkey" für 418 Mio. Euro von der französischen Pernod-Ricard-Gruppe übernommen. "Noch müssen wir die Übernahme verdauen. Aber ich glaube, im kommenden Jahr werden wir sie verdaut haben und sind dann bereit für neue Zukäufe", sagt der Campari-Vorstandsvorsitzende Bob Kunze-Concewitz.

Campari gehört weltweit zwar zu den kleineren Anbietern. Dennoch hat das börsennotierte Unternehmen seinen Umsatz seit Mitte der neunziger Jahre vor allem dank steter Zukäufe auf 942 Mio. Euro im vergangenen Jahr vervierfacht und ist in den ersten neuen Monaten 2009 bereits um sieben Prozent gewachsen. Zu den Marken gehören unter anderem auch Cinzano, Skyy, Ouzo 12, die Weinmarke Sella & Mosca und GlenGrant.

Campari hat die Werbeausgaben nicht zurückgefahren

Im Sortiment von Campari fehle derzeit noch Rum und Gin, bemerkt Kunze-Concewitz. "Aber das heißt nicht, dass ich morgen eine Rum- oder Ginmarke kaufe. Es muss in die Strategie passen: eine gute Marke sein, die kritische Masse in einem Markt und einen angemessenen Preis haben", stellt er klar.

Insgesamt kann sich Campari trotz Krise über ein florierendes Geschäft freuen. Verschiedene Analysten haben ihre Erwartungen in den vergangenen Wochen nach oben korrigiert. "Krise oder nicht, die Menschen trinken immer", sagt Kunze-Concewitz. Vor allem in Deutschland läuft das Geschäft: "In Deutschland wachsen wir am stärksten", sagt der Campari-Chef.

Während der Markt in Deutschland in den ersten neun Monaten insgesamt nur um ein Prozent zugelegt habe, sei Campari dort um 30 Prozent gewachsen. "Die Konkurrenz hat in diesen Krisenjahren die Ruder ins Boot zurückgeholt, während wir weiter in Werbung investiert haben", sagt der Vorstandsvorsitzende. Campari profitiert vor allem vom Italien-Faible der Deutschen. So läuft etwa das Mixgetränk Spritz - Prosecco, Aperol und ein Schuss Selters - besonders in Süddeutschland, weil die Bayern den Aperitif-Drink aus ihrem Urlaub im norditalienischen Veneto kennen. In diesem Jahr ist der Umsatz mit Aperol in Deutschland um 130 Prozent gestiegen. Der größte Markt für Ouzo 12 ist ebenfalls Deutschland.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin

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