Sportartikel-Hersteller
Adidas schwelgt im China-Glück

Kauflustige Chinesen haben Adidas hervorragende Quartalszahlen beschert. Der Sportartikelhersteller erhöhte daraufhin die Prognose für das Gesamtjahr. Doch es bleiben Zweifel, ob es reicht, um Nike einzuholen.
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HerzogenaurachDer fränkische Sportartikelhersteller Adidas schwelgt im Glück: Dank kauflustiger Chinesen steigerte der Konzern im vergangenen Quartal seinen Umsatz und hob seine Jahresprognose um ein Quäntchen an.

Jetzt will Adidas mit dem Rückenwind aus einem starken ersten Halbjahr für 2011 neue Rekorde aufstellen und den Erzrivalen Nike in die Schranken verweisen. „Egal mit welchem Händler ich mich unterhalte, egal welche Statistik zu Marktanteilen ich mir ansehe – unsere Produkte verkaufen sich besser als jemals zuvor“, sagte Vorstandschef Herbert Hainer bei der Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal.

In vielen Märkten und Sportkategorien wachse Adidas schneller als die Konkurrenz. Seit der Vorstellung der langjährigen Wachstumsstrategie Ende vergangen Jahres, habe Adidas keine Zeit verloren. „Wir sind schnell und zielgerichtet durchgestartet – ganz so wie man es von uns kennt.“ Der Konzern hob erneut seine Umsatzprognose an und gab sich auch für den Gewinn zuversichtlicher als bislang. Den Umsatz will Adidas im Gesamtjahr nun währungsbereinigt um etwa 10 Prozent steigern. Das Ergebnis je Aktie soll um 15 Prozent zulegen und der Gewinn unter dem Strich auf 648 bis 652 Millionen Euro klettern.

Bislang war ein Umsatzanstieg im hohen einstelligen Prozentbereich und ein Überschuss von 625 und 650 Millionen Euro angepeilt worden. Adidas würde mit der neuen Gewinnprognose aber auch die bislang gültige Bestmarke aus dem Jahr 2008 übertreffen. Die Börse zeigte sich erfreut: Die Adidas-Aktie, die in den zurückliegenden Tagen unter Druck gestanden hatte, gewann in der Spitze rund 5,5 Prozent an Wert. Gegen Mittag lag sie 1,86 Prozent im Plus bei 49,75 Euro, während der DAX leicht im Minus stand.

Ein Grund für den Optimismus von Adidas ist die schnelle Erholung des Geschäfts in Japan. Nach dem ersten Quartal hatte der Konzern noch befürchtet, der Umsatz in dem Land könne im schlimmsten Fall um ein Viertel einbrechen. Jetzt geht Adidas für die zweite Jahreshälfte nur noch von einem Rückgang von weniger als zehn Prozent aus. Die Margen sind laut Adidas in Japan zwar nach wie vor unter Druck, weil zu viele Produkte auf dem Markt sind. Insgesamt rechnet der Konzern für das Gesamtjahr aber in dem Land mit einem Gewinn.

Konzernweit konnte Adidas seinen Umsatz im zweiten Quartal um fünf Prozent auf 3,1 Milliarden Euro steigern. Dabei machte sich der starke Euro bemerkbar. Ohne den Einfluss von Währungen legte der Umsatz um zehn Prozent zu. Adidas musste aber auch gegen ein starkes Vorjahresquartal anlaufen, das zum einen von den Verkäufen zur Fußballweltmeisterschaft geprägt war. Zum anderen hatte die Tochter Reebok kräftig von der Toningwelle profitiert.

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