Staatsanwaltschaft München
Prominentester Siemens-Verdächtiger kommt frei

Gut fünf Wochen nach der Großrazzia bei Siemens wegen Korruptionsverdacht will die Staatsanwaltschaft morgen eine weitere Zwischenbilanz ihrer Ermittlungen ziehen. Sie scheint sich ihrer Sache sehr sicher zu sein, denn sie will Informationen des Handelsblatts zufolge auch den prominentesten Verdächtigen noch vor Weihnachten aus der Untersuchungshaft entlassen.

HB MÜNCHEN. An diesem Freitag werde man in einer schriftlichen Erklärung über den Fall informieren, teilte der Leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld am Donnerstag mit. Gleichzeitig zeigt die Staatsanwaltschaft München vor dem Fest Haltung. Wie das Handelsblatt aus Justizkreisen erfuhr, darf Thomas Ganswindt, Ex-Zentralvorstand und bislang ranghöchster Beschuldigter im Korruptionsverfahren um schwarze Kassen im Technikkonzern Siemens die Justizvollzugsanstalt Landsberg verlassen.

Ein Haftverschonungsbeschluss liegt nach diesen Informationen bereits vor. Am Donnerstag schien es lange Zeit fraglich, ob Ganswindt, wie in München zunächst erwartet, aus der U-Haft entlassen würde. Ganswindts Anwälte hatten sich eine Reaktion der Ermittler erhofft.

Der Spitzenmanager hatte am Mittwoch umfangreich zum Sachverhalt ausgesagt, nachdem er bereits kurz nach seiner Infhaftierung vor anderthalb Wochen eingeräumt hatte, seit Dezember 2004 von illegalen Provisionszahlungen im Telekommunikationsbereich Com erfahren zu haben. Im Haftbefehl hatte ihm die Staatsanwaltschaft vorgeworfen, zwar nicht das ganze System gekannt zu haben. Doch habe er seine "schützende Hand" über die korrupten Strukturen im Konzernbereich gehalten.Die Staatsanwaltschaft wirft etwa zwölf aktiven und ehemaligen Siemens-Managern des Bereichs Com vor, ein System schwarzer Kassen eingerichtet und dorthin mindestens 200 Mill. Euro geschleust zu haben.

Nach Informationen des „Handelsblatts“ sind bereits gestern zwei der zuletzt sechs Inhaftierten nach umfangreichen Aussagen auf freien Fuß gesetzt worden.

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