Stada-Verkauf
Großaktionär attackiert Vorstand und Aufsichtsrat

Für den Pharmakonzern Stada liegt das erste verbindliche Übernahmeangebot vor. Großaktionär AOC erhöht nun den Druck auf Vorstand und Aufsichtsrat – sie sollen bei einem Verkauf einen möglichst hohen Preis erzielen.
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FrankfurtIm Gerangel um den Pharmakonzern Stada drängen einzelne Aktionäre nun auf eine aktivere Rolle des Stada-Managements. So forderte der Finanzinvestor Active Ownership Capital (AOC) jetzt den Vorstand und Aufsichtsrat des Bad Vilbeler Unternehmens auf, einen „ergebnisoffenen, transparenten und strukturierten Verkaufsprozess“ für die Firma aufsetzen. Nachdem bereits ein Bieterkampf um das Unternehmen in Gang gekommen ist, fordert AOC den Vorstand nun auf, aktiv nach weiteren potenziellen Käufern zu suchen, auch unter möglichen strategischen Käufern. Der Stada-Führung wirft AOC indirekt vor, zu passiv zu agieren.

Für den mit 2,1 Milliarden Euro Umsatz viertgrößten deutschen Pharmahersteller liegen inzwischen drei Übernahme-Offerten von Finanzinvestoren vor. Advent International unterbreitete dem Konzern am Donnerstag ein verbindliches Angebot in Höhe von 58 Euro je Aktie, wobei die Offerte bis kommenden Montag befristet ist und von einer Zustimmung des Stada-Vorstands und Aufsichtsrat abhängig gemacht wird. Die Advent-Offerte entspricht einer Bewertung von rund 3,6 Milliarden Euro für Stada.

Die britische Private-Equity-Gruppe Cinven und ein weiterer Bieter haben unverbindliche Übernahme-Vorschläge in Höhe von 56 und 58 Euro unterbreitet.

Ein Stada-Sprecher verwies in Reaktion auf den AOC-Vorstoß auf die Stellungnahme des Konzerns zur Advent-Offerte. Darin bekräftigt das Unternehmen, dass man ergebnisoffene Gespräche mit allen Interessenten führen werde „im Hinblick auf weitere Wertsteigerungspotenziale, die Werthaltigkeit der strategischen Konzepte und Wahrung der Interessen aller Stakeholder“.

Hintergrund des AOC-Vorstoßes ist offenbar die Sorge, dass sich der Stada-Vorstand zu sehr von einzelnen Finanzinvestoren treiben lässt und damit das Potenzial für eine noch höhere Bewertung nicht ausschöpft.

AOC hält mindestens fünf Prozent des Stada-Kapitals und hat 2016 mit Gegenanträgen zur Hauptversammlung eine weitgehende Neubesetzung des Stada-Aufsichtsrats durchgesetzt. Auf Initiative von AOC wurde zudem die Vinkulierung der Namensaktien von Stada abgeschafft. Eine Übertragung von Aktien muss seither nicht mehr vom Stada-Vorstand genehmigt werden – eine Satzungsänderung, die nach Einschätzung vieler Beobachter letztlich den Weg zu einer möglichen Übernahme des Konzerns frei gemacht hat.

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Oetker ist nicht grundsätzlich gegen Verkauf

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