Stärkeres Wachstum
GE setzt Siemens unter Druck

Das US-Industrieflaggschiff trotzt dem konjunkturellen Gegenwind. Während der deutsche Erzrivale Siemens und amerikanische Großkonzerne aus anderen Branchen immer vorsichtiger werden, setzt GE ein Zeichen der Zuversicht.
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CrotonvilleDer Mischkonzern schraubte seine Wachstumserwartungen für das Industriegeschäft hoch. Demnach soll der Bereich, zu dem die Sparten Flugzeugmotoren und Medizingeräte gehören, im laufenden Jahr ein prozentual zweistelliges Umsatzplus erzielen. Bislang war das Management von einem Anstieg von fünf bis zehn Prozent ausgegangen.

Zwar kann sich auch der weltgrößte Hersteller von Elektroturbinen dem Strudel der weltwirtschaftlichen Abschwächung nicht ganz entziehen, denn die Schuldenkrise in Europa und der Haushaltsstreit in den USA bremsen Kunden bei Neuinvestitionen. In die Klagen der Konjunkturpessimisten mag GE-Chef Jeff Immelt aber nicht einstimmen. Auf einer Investorenkonferenz am Donnerstagabend betonte Immelt, sein Unternehmen habe durchaus ein realistisches Bild des ökonomischen Umfelds. Die Verfassung der US-Wirtschaft bezeichnete er als „ok“. Die Nachfrage in China sei „gar nicht schlecht“. Nur die Entwicklung in Europa sei ungewiss.


Doch auch GE will für drohende Rückschläge gewappnet sein. So kündigte Immelt für das kommende Jahr Kostensenkungen um 700 Millionen bis eine Milliarde Dollar an und für 2014 von einer Milliarde bis 1,3 Milliarden Dollar.

Immelts Optimismus spiegelt sich im Aktienkurs des Unternehmens wider. Dieser erreichte am Donnerstag den höchsten Stand seit fast vier Jahren.

Pessimistische Töne
Auch der heimische Konkurrent United Technologies spürt eine Erholung auf dem nordamerikanischen Markt, und zwar im Geschäft mit Heiz- und Klimaanlagen. Ebenfalls auf einer Investorenkonferenz stellte der Konzern einen Ergebnisanstieg für 2013 in Aussicht.

Deutlich trüber sehen dagegen die Aussichten für Siemens aus. Nach dem jüngsten Auftragseinbruch stellte sich das Münchner Unternehmen auf härtere Zeiten ein und äußerte zuletzt Zweifel an seinem Gewinnziel für das auslaufende Geschäftsjahr. Auch in den USA backen gewichtige Großkonzerne mittlerweile kleinere Brötchen. So senkte unlängst der weltgrößte Baumaschinenhersteller Caterpillar überraschend seine langfristige Gewinnprognose. Davor hatten bereits die Logistikriesen Fedex und UPS ihre Erwartungen zurückgeschraubt.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Stärkeres Wachstum: GE setzt Siemens unter Druck"

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  • Kein Problem, Siemens, ein Münchner Unternehmen stellt sich auf härtere Zeiten ein und äußerte zuletzt Zweifel an seinem Gewinnziel für das auslaufende Geschäftsjahr. Wie immer gibts es die bewerte Abhilfe: Einfach die Mitarbeiter rauswerfen, hilft immer die Bilanzen aufzufrischen!

  • Solange GE ihr Produktspektrum nicht von Grund auf modernisiert, ist sie keine Gefahr für die Etablierten. So offerieren sie nach wie vor z. B. bei Industrieturbinen auf der Basis von Alstom - und Siemens - Konstruktionen aus den 70 iger Jahren, letztere vermutlich über Lizenzrechte der ehemaligen Nuovo Pignone. Anscheinend können amerikanische Firmen zwar mit Technologiesprüngen punkten; bei der kontinuierlichen Weiterentwicklung sind sie aber den Europäern gegenüber im Nachteil.

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