Stahlbranche
Mittal sieht Ende der Stahlflaute

Der Stahlkonzern Arcelor-Mittal hat die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft. Zuvor hatte das Unternehmen drei Quartale lang Verluste erwirtschaftet. Konzernchef Lakshmi Mittal hat auch einen Ausblick in die Zukunft gegeben. Und der ist gar nicht so schlecht. Arcelor sieht ein Ende der Krise kommen.
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FRANKFURT. Die krisengeschüttelte Stahlindustrie ist nach Einschätzung des Weltmarktführers Arcelor-Mittal über den Berg. „Im dritten Quartal haben wir erste Anzeichen für eine Erholung gesehen“, sagte Vorstandschef Lakshmi Mittal gestern bei der Bilanzvorlage. Im Verlauf des kommenden Jahres werde es eine moderate Verbesserung geben, wobei das Marktumfeld schwierig bleibe.

Als Reaktion auf die wachsende Nachfrage hat der Konkurrent von Thyssen-Krupp und Salzgitter zwischenzeitlich stillgelegte Hochöfen wieder in Betrieb genommen. Die Auslastung der Werke werde damit auf rund 70 Prozent steigen, sagte der Konzerngründer. In den Krisenmonaten hatte Arcelor-Mittal den Stahlausstoß halbiert.

Lakshmi Mittal betonte, dass die Ausweitung der Produktion durch konkrete Aufträge unterfüttert sei. Er trat damit Befürchtungen entgegen, wonach durch ein mögliches Überangebot die Stahlpreise unter Druck geraten könnten. Die von den Unternehmen verfolgte Strategie „Preis vor Menge“ würde dadurch durchkreuzt. „Die Preise werden im vierten Quartal steigen“, sagte der Konzernchef dem Handelsblatt. Auf dieser Grundlage rechnet er mit einer Verbesserung des operativen Gewinns im laufenden Quartal.

Mittals Zuversicht wird von anderen Unternehmen gestützt. Amerikas Marktführer US Steel sieht den Abwärtstrend gestoppt, Japans Nummer zwei JFE schreibt wie Arcelor wieder Gewinne, und das koreanische Schwergewicht Posco hob seine Prognose sogar an.

Es gibt aber auch mahnende Stimmen. So hatte Thyssen-Krupp-Chef Ekkehard Schulz kürzlich gewarnt, dass 2010 ein schweres Jahr werde. Salzgitter-Chef Wolfgang Leese bezeichnet die Erholung als „Zwischenhoch“, das vom Auffüllen der Lagerbestände bei den Kunden getrieben werde. „Wenn es gutgeht, geht es allenfalls flat weiter“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.

Gestützt werden die Zweifel von der Stahlpreis-Entwicklung. Nach Angaben der Marktforschungsfirma Meps sanken diese in Europa im Oktober um 2,5 Prozent. „Marktteilnehmer sind besorgt, dass der aktuelle Verbrauch das Anfahren stillgelegter Kapazitäten nicht rechtfertigt“, hieß es. Auch in China und den USA verbilligte sich der Stahl zuletzt.

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