Stahlbranche
Salzgitter wappnet sich gegen Mister X

Der niedersächsische Stahl- und Röhrenkonzern Salzgitter bereitet eine Abwehrstrategie gegen eine feindliche Übernahme vor. Vor allem der stark gestiegene Aktienkurs und das neu erwachte Interesse ausländischer Anleger beunruhigen die Salzgitter-Führung. Sie will mögliche Übernahmeversuche schon im Keim ersticken.

SALZGITTER. Wie Finanzvorstand Heinz-Jörg Fuhrmann dem Handelsblatt am Rande einer Investorenkonferenz in Frankfurt sagte, „gibt es Überlegungen, einen Teil der Pensionsrückstellungen in einen externen Fonds auszulagern“. Außerdem kaufe das Unternehmen verstärkt eigene Aktien zurück. Mit beiden Maßnahmen sollen die hohen Barbestände, die das Unternehmen als Übernahmeziel attraktiv machen, abgebaut werden.

Die im M-Dax notierte Salzgitter steht seit Anfang September im Zentrum von Übernahmespekulationen. Vor zwei Wochen kam erstmals das Gerücht auf, der britisch-niederländische Stahlkonzern Corus, die Nummer zwei in Europa, wolle den zweitgrößten deutschen Stahlhersteller übernehmen. Das Gerücht katapultierte die Salzgitter-Aktie erstmals über die Marke von 30 Euro. Am Mittwoch kostete das Stahlpapier bereits 35 Euro.

Aktuell bewertet die Börse den Konzern mit 2,2 Mrd. Euro. Die im internationalen Maßstab vergleichsweise kleine Salzgitter wäre durchaus ein lukratives Übernahmeziel für die großen Stahlkocher, die allesamt expandieren. Neben Corus werden die deutsche Nummer eins, Thyssen-Krupp, und der weltgrößte Stahlhersteller, Mittal Steel, als Interessenten gehandelt. In der Branche hat es in den letzten Jahren mehrere spektakuläre Übernahmen gegeben. 1997 fusionierten Thyssen und Krupp zum größten europäischen Stahlhersteller. Bereits zwei Jahre später wurden sie von Corus (British Steel und Hoogovens) überrundet. 2000 avancierte Arcelor (Arbed, Aceralia und Usinor) zur weltweiten Nummer eins.

Salzgitter ist nicht nur gut im Geschäft, sondern auch gut bei Kasse. Analysten prognostizieren, dass der Konzern 2005 einen Rekordgewinn vor Steuern von etwa 630 Mill. Euro einfahren wird. Dazu kommt, so Stahlanalyst Hermann Reith von der BHF-Bank, eine Nettoliquidität von gut 600 Mill. Euro. Bei einem Übernahmeversuch würden diese Barbestände die Finanzierung der Transaktion wesentlich erleichtern.

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