Stahlkonzern
Voestalpine schreibt schwarze Zahlen

Der Stahlkonzern Voestalpine hat im abgelaufenen Quartal schwarze Zahlen geschrieben und dabei die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Den Ausblick für das Gesamtjahr bestätigte das Unternehmen - besonders die Sparten Stahl und Automotive zeigten eine stabile Entwicklung.
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HB WIEN. Der österreichische Stahlkonzern Voestalpine AG ist in seinem zweiten Geschäftsquartal in die Gewinnzone zurückgekehrt. Das Auftaktquartal war noch vom massiven weltweiten Nachfrageeinbruch gekennzeichnet gewesen. "Die Talsohle wurde durchschritten, es wäre aber verfrüht, dies als Indikation für einen nachhaltigen Aufschwung zu deuten", sagte Voestalpine-Konzernchef Wolfgang Eder am Donnerstag.

Aufgrund der Flaute in der Baubranche und am Automarkt brach der Gewinn nach Anteilen Dritter zwar im Jahresvergleich auf 8,4 Mio. Euro ein, schnitt aber deutlich besser ab als erwartet. Analysten hatten im Schnitt mit einem Verlust von 30 Mio. Euro gerechnet. Im Vorjahr hatte der Konzern mit Sitz in Linz noch einen Nettogewinn von 257,6 Mio. Euro erzielt. Der Umsatz schrumpfte auf 2,1 Mrd. Euro nach 3,2 Mrd. Euro im Jahr zuvor. Für das erste Halbjahr wurde kumuliert noch ein Verlust von 58,9 Mio. Euro ausgewiesen, nach einen Gewinn von 475,1 Mio. Euro im Jahr zuvor.

Für das dritte Quartal erwartet das Unternehmen nunmehr eine ähnliche Ergebnisentwicklung wie im zweiten Quartal. Für das Ende März auslaufende Geschäftsjahr 2009/10 bekräftigte Voestalpine die Prognose eines deutlich positiven operativen Ergebnisses und eines zumindest ausgeglichenen Ergebnisses nach Steuern. Zuvor hatte sich der Konzern jedoch konkreter geäußert. Im Oktober kündigte die Linzer Firma noch einen operativen Gewinn (Ebit) im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich an.

Für die Bereiche Stahl und Automotive werde mit einer stabilen Entwicklung gerechnet, während für die Divisionen Edelstahl und Profilform von einer leichten Verbesserung auszugehen sei. In der Sparte Bahnsysteme müsse saisonal und wettbewerbsbedingt mit einem gewissen Mengen- und Ergebnisdruck gerechnet werden.

Die Erholung werde überwiegend vom Aufschwung in Asien getrieben, erklärte das Unternehmen. Die Nachfragebelebung in Europa und Nordamerika resultiere hingegen hauptsächlich aus der Normalisierung der im Jahresverlauf massiv reduzierten und damit auf einem sehr tiefen Stand befindlichen Lagerbestände bei Zwischenhändlern und Endkunden. In den industrialisierten Ländern beschränke sich der Aufschwung bisher im wesentlichen auf eine Bodenbildung. Die Bauwirtschaft habe sich zumindest im europäischen Kernbereich einigermaßen zufriedenstellend entwickelt, während in der Maschinen- und Nutzfahrzeugindustrie bislang nur eine Konsolidierung auf sehr niedrigem Niveau festzustellen sei. Die im Jahresverlauf eingetretene Besserung der Nachfrage in der Automobilindustrie dürfte zu einem erheblichen Teil auf die vor dem endgültigen Auslaufen stehende Abwrackprämie in einer Reihe von Ländern zurückzuführen sein.

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