Standorte werden geschlossen
Beiersdorf will auch Jobs abbauen

Ungeachtet des in diesem Jahr erwarteten Rekordergebnisses will der Nivea-Hersteller Beiersdorf in Europa massiv Stellen streichen und Standorte schließen. Am Dienstag hatte bereits der Autozulieferer Continental angekündigt, die Reifenproduktion im Stammwerk Hannover-Stöcken einzustellen.

HB HAMBURG. Die Größenordnung des Stellenabbaus bei Beiersdorf stehe noch nicht fest, sagte ein Sprecher am Dienstag im Anschluss an eine Aufsichtsratssitzung in Hamburg. Durch die Straffung der Abläufe vom Einkauf bis zum Vertrieb rechnet Beiersdorf jährlich mit Einsparungen von etwa 100 Mill. Euro. Dem steht in den Jahren 2006 bis 2008 ein erwarteter außerordentlicher Aufwand von insgesamt etwa 220 Mill. Euro gegenüber. Konkrete Maßnahmen will Beiersdorf im nächsten Jahr entschieden.

Das vom Hamburger Kaffeeröster Tchibo kontrollierte Traditionsunternehmen wolle ein weltweit nahtlos funktionierendes Netzwerk von der Beschaffung bis zum Vertrieb schaffen, in dem die Produktions- und Logistikprozesse zentral gesteuert würden. „Die Möglichkeiten, die uns eine optimierte Supply Chain bietet, werden unserer Innovationskraft einen neuen Schub verleihen“, sagte Konzernchef Thomas-Bernd Quaas.

Ein Unternehmenssprecher fügte hinzu, auf welche der insgesamt 14 Produktionsstandorte und etwa 30 Lager Beiersdorf in Europa verzichten könne, solle in den kommenden Monaten untersucht werden. „Wir haben Zeit, es ist nicht so, dass wir jetzt mit dem Hammer alles zerschlagen und anschließend wieder neu zusammensetzen.“ Die durch die Einsparungen frei werdenden Mittel sollten in neue Märkte und Marken investiert werden. Beiersdorf beschäftigt in Europa rund 11 500 Mitarbeiter, weltweit sind es etwa 17 000.

Mit dem Programm forciert der seit Sommer amtierende Quaas seinen Kurs der Effizienzsteigerungen bei Beiersdorf. Während beim Konkurrenten Henkel milliardenschwere Zukäufe in Nordamerika die Geschäfte beflügeln, stützt sich Beiersdorf neben neuen Produkten auf die Straffung der Abläufe. Bereits in den ersten neun Monaten hatte der Konzern so seinen Gewinn deutlich gesteigert. Für 2005 erwartet Beiersdorf nach früheren Aussagen von Finanzchef Rolf-Dieter Schwalb einen Gewinnsprung um zehn Prozent auf 330 Mill. Euro und hat den Aktionären Hoffnungen auf eine höhere Dividende gemacht. Für 2004 war den Anteilseignern eine Dividende von 1,60 Euro je Anteilschein gezahlt worden.

Die Aktie von Beiersdorf reagierte auf die Ankündigung am Dienstag mit einem Kurssprung von mehr als zwei Prozent auf 95,75 Euro und gehörte damit zu den größten Gewinnern im Nebenwerteindex MDax.

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