Standortfrage
Hamburg steigt bei Norddeutsche Affinerie ein

Die Hansestadt Hamburg ist bei der Norddeutsche Affinerie eingestiegen. Die Hansestadt habe fünf Prozent plus eine Aktie an Europas größter Kupferhütte erworben, teilte die Hansestadt Hamburg am Dienstagabend mit.

HB HAMBURG. Knapp drei Wochen vor der Bürgerschaftswahl in Hamburg hat Bürgermeister Ole von Beust den Ankauf von fünf Prozent plus eine Aktie an der Norddeutschen Affinerie durch die Hansestadt bekannt gegeben. Die städtische Investition von rund 59 Millionen Euro soll das Unternehmen am Standort Hamburg halten. "Das ist unsere Auffassung von Marktwirtschaft, denn der Staat ist ja ein Teil des Marktes," sagte Beust am Dienstagabend in Hamburg.

Demnach hat die Hansestadt noch am selben Tag den Anteil zu Handelsschluss erworben, um den Aktionärskreis zu stabilisieren, den Einstieg von Investoren zu verhindern und den Konzern in Hamburg zu halten. Der Aktienbesitz an der Affinerie sei sehr breit gestreut, sagte Beust. Mit dem Einstieg könne die Stadt darum wichtige Entscheidungen nun ausschlaggebend beeinflussen.

"Heute war der letzte Zeitpunkt, um die Auswirkung auf die Hauptversammlung am 29. Februar zu sichern. Jetzt kann es keine Verschiebung mehr geben," sagte Beust. Die Stimmrechte könne die Stadt nun ausüben, ohne dass bis zur Hauptversammlung ein weiterer Investor einsteigen könne. "Deswegen haben wir diesen Zeitpunkt gewählt", erklärte Beust. Bei der bisherigen Teilnahme von Anteilseignern an den Hauptversammlungen könne man davon ausgehen, dass der städtische Anteil ausreichend sei.

"Wir sind seit 25. Januar am Markt aktiv und haben kursschonend, sukzessive gekauft," sagte Finanzsenator Michael Freytag (CDU). "Wir stellen uns schützend vor den Standort Hamburg." Beust betonte, die Entscheidung habe rein "wirtschaftliche, strategische Gründe". In Hamburg wird am 24. Februar ein neues Landesparlament gewählt. Die Norddeutsche Affinerie zählt zu den wichtigsten Industrieunternehmen in Hamburg und ist der größte Kupferproduzent Europas mit mehr als 3 200 Beschäftigten, davon 2 100 in Hamburg.

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