Stefan Jacoby
Abgang von Volvo-Chef hat nichts mit Krankheit zu tun

Der Ex-MAN-Chef Håkan Samuelsson löst den erkrankten Deutschen Stefan Jacoby an der Spitze der Autoherstellers Volvo Cars ab. Jacobys Erfolglosigkeit und nicht seine Krankheit sei der Grund, teilte Volvo nun mit.
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StockholmDer frühere MAN -Chef Hakan Samuelsson soll den zum chinesischen Geely-Konzern gehörenden Pkw-Hersteller Volvo Cars leiten. Samuelsson werde den erkrankten Vorstandschef Stefan Jacoby mit sofortiger Wirkung ersetzten, teilte Volvo am Freitag in Stockholm mit. Jacoby hatte Ende September einen leichten Gehirnschlag erlitten. Vize-Aufsichtsratschef Hans-Olov Olsson sagte am Freitag in Stockholm, die Entscheidung habe nichts mit der angeschlagenen Gesundheit Jacobys zu tun. Sie sei allein der „geschäftlichen Situation“ wegen fehlender Erfolge in China geschuldet.

Volvo Cars gehört seit zwei Jahren zum chinesischen Geely-Konzern. Der 54-jährige Jacoby war von Volkswagen zu dem schwedischen Unternehmen gekommen. In diesem Jahr hat Volvo mit einem kräftigen Nachfrageschwund zu kämpfen und steht vor Kurzarbeit. Samuelsson sagte bei seiner Vorstellung in Stockholm: „Wir müssen die Ertrags- und Kostenlage verbessern.“

Der schwedische Autobauer war 2010 von Ford an die chinesische Zhejiang Geely Holding Group verkauft worden. Geelys Mehrheitseigner Li Shufu erklärte am Freitag zum Wechsel an der Spitze: „Ich bin überzeugt davon, dass Håkan Samuelssons profunde Erfahrung und Führungskraft uns zur Verbesserung der Unternehmensleistung bringen wird.“ Volvo habe gute Möglichkeiten, die Ertragslage zu verbessern und vor allem in China das Wachstum zu beschleunigen.

Samuelsson ist seit 2010 Mitglied im Aufsichtsrat. Er hatte nach mehr als vier Jahren an der Spitze von MAN den Konzern wegen einer Schmiergeldaffäre verlassen. Gegen Samuelsson und den damaligen Finanzchef ermittelt die Staatsanwaltschaft München.

Samuelsson sagte, er sei „bis vor kurzem“ überhaupt nicht in Ermittlungen einbezogen gewesen. Jüngst erhobene Vorwürfe über Mitwisserschaft weise er zurück. „Ich bin mir sicher, dass ich mich richtig verhalten habe.“ MAN fordert von Samuelsson 237 Millionen Euro Schadenersatz wegen des Korruptionsskandals. In seiner Zeit als MAN-Chef hatte der Schwede in einer spektakulären Aktion versucht, den Konkurrenten Scania zu übernehmen. Letztlich ging das Unternehmen aber an Volkswagen.

Jacoby hatte Ende September in seiner Freizeit einen Hirnschlag erlitten. Damals sagte ein Pressesprecher: „Außer Bewegungsproblemen am rechten Arm und Bein gibt es keine Folgen“. Der Konzernchef wolle in wenigen Wochen wieder zurück an den Schreibtisch. Jacoby erklärte damals in einer Pressemitteilung seines Unternehmens: „Ich habe Glück gehabt, dass es ein leichter Gehirnschlag war.“

Jacoby lebt im Göteborger Insel-Stadtteil Hisingen nahe der Volvo-Zentrale mit seiner Frau und einem Sohn. Nach seinem Antritt hat der Deutsche bis auf den Personalchef die 13-köpfige Führungsriege des Unternehmens komplett ausgewechselt. Volvo Cars wird unabhängig vom Nutzfahrzeughersteller Volvo AB betrieben und beschäftigt 19.500 Mitarbeiter.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ja Jacoby haben sehr schlechte arbeit geleistet bei Volvo. Verkaufzahlen geht bergab, so ein Chef würde ich auch nicht haben.

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