Steinkohle in Deutschland
RAG vermarktet Bergbautechnik

Der Steinkohlekonzern RAG will weltweit Maschinen verkaufen, die aufgrund der Schließung von Zechen in Deutschland nicht mehr gebraucht werden. Vor allem in Osteuropa gebe es großes Interesse an dem Material, heißt es.

ESSEN. Das Bergbauunternehmen RAG Aktiengesellschaft will mit dem beschleunigten Ausstieg aus dem Steinkohlenbergbau Kapital schlagen. Vorstandschef Bernd Tönjes kündigte in Essen an, zu Jahresbeginn eine neue Tochtergesellschaft RAG Mining Solutions ins Leben zu rufen. Sie soll Technik und Material, das durch die Schließung von Zechen frei und im deutschen Bergbau nicht mehr benötigt wird, weltweit vermarkten. Derzeit gebe es vor allem in Osteuropa starkes Interesse.

Nach Angaben von Tönjes ist die Nachfrage nach Bergwerkstechnik made in Germany unverändert hoch, die RAG erhofft sich von ihrer neuen Tochter schon im ersten Jahr Umsätze von mindestens acht Mio. Euro, die die Subventionszahlungen für den deutschen Steinkohlenbergbau vermindern. 2012 soll der Umsatz auf mindestens 14 Mio. Euro anwachsen, bis dahin seien Erträge von drei bis vier Mio. Euro möglich.

Auslöser der neuen RAG-Initiative ist die beschleunigte Schließung von Zechen nach dem Bergbaubeben an der Saar im Februar 2008. Die RAG hatte daraufhin ihre Planungen überarbeitet. Um einen zumindest teilweisen Fortbestand des Saar-Bergbaus bis 2012 finanzieren zu können, beschleunigt die RAG die Stilllegungspläne im Ruhrgebiet.

Auf der Zeche Lippe fahren morgen nach mehr als 100 Jahren Abbau letztmals Bergleute ins Bergwerk ein. Seit Bestehen sind in dem Werk mindestens 250 Mio. Tonnen Steinkohlen gefördert worden. Zuletzt hatte das vollmechanisierte Bergwerk, das in Tiefen von bis zu 1500 Metern förderte, eine Jahresproduktion von 2,5 Mio. Tonnen.

Mit der Schließung des Bergwerks Lippe verlieren rund 1 800 Mitarbeiter ihren Job - sozialverträglich, wie es das Steinkohlenfinanzierungsgesetz regelt. Laut Plan sollen bis 2012 weitere vier der sieben verbliebenen Zechen dicht machen. Für 2012 ist auch das endgültige Aus für den Saarbergbau beschlossen. Die Fördermenge sinkt bis dahin von 21 auf höchstens 12 Mio. Tonnen jährlich, die Zahl der Bergleute wird auf 15 000 halbiert. Endgültiger Ausstiegstermin ist 2018. Doch wird der Plan laut Gesetz 2012 nochmals überprüft.

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