Stellungnahme zu Schröders Vergütung
Gazprom nimmt Stadtwerke ins Visier

Nach dem Einstieg von Altkanzler Gerhard Schröder beim umstrittenen Pipelineprojekt in der Ostsee streckt der russische Gaskonzern Gazprom nun auch nach Unternehmen hier zu Lande seine Fühler aus. Im Visier: die Stadtwerke der Republik.

HB BERLIN. In Zukunft sollten auch deutsche Stadtwerke zum Besitz des russischen Staatskonzerns gehören, berichtet der Berliner „Tagesspiegel“. „Wir wollen nicht nur als Lieferant von Erdgas fungieren, sondern näher an die Verbraucher heran kommen“, sagte der Deutschland-Chef von Gazprom, Hans-Joachim Gornig, der Zeitung. Bestehende Beteiligungen sollten ausgebaut und weitere Unternehmen hinzugekauft werden. Nach Zeitungsangaben versuchten die Russen damit offenbar, die gesamte Wertschöpfungskette von der Gasquelle bis zum Endkunden abzugreifen.

Gazprom hält bereits Anteile an der BASF-Tochter Wingas und dem Leipziger Versorger Verbundnetz Gas AG (VNG). Die Ostsee-Pipeline ist ein Joint Venture von Gazprom mit 51 Prozent Anteilen und den deutschen Konzernen Eon und BASF, die sich den Rest teilen. Bereits am Vortag hatte Gazprom-Vizechef Alexander Medwedew in Berlin erklärt, das Unternehmen wolle in den nächsten fünf Jahren zu einem führenden globalen Energiekonzern werden. Dazu setze Gazprom auf Wachstum entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Gasquelle bis zum Endkunden.

In Deutschland könnten diese Beteiligungspläne für neuen innenpolitischen Wirbel sorgen. An diesem Donnerstag befasst sich der Bundestag mit der umstrittenen Berufung von Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) zum Aufsichtsratschef der Ostseepipeline-Gesellschaft NEGP. Zu dem Konsortium gehören Gazprom, BASF und E.ON. Zu Schröders Vergütung als AR-Chef sagte Gornig der Zeitung zufolge, dass in vergleichbaren Fällen rund 10 000 Euro (etwa 6 500 Euro) gezahlt würden. Allerdings würde sich die russische Gasindustrie verstärkt an den Vergütungen weltweiter Wettbewerber orientieren, die deutlich höher liegen.

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