Stephen Odell
Ford-Europachef will Kapazität und Kosten anpassen

Die schwache Nachfrage auf dem Automarkt macht Ford zunehmend Sorgen. Kurz vor dem Start des Genfer Automobilsalons hat der Europachef des US-Konzerns eindringlich nach Wachstumsimpulsen verlangt.
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DüsseldorfDer amerikanische Autobauer Ford hofft angesichts des Markteinbruchs auf ein baldiges Ende der europäischen Staatsschuldenkrise. „Eine schnelle Lösung für Europas Schuldenkrise wäre eine große Hilfe für die Industrie“, sagte Fords Europachef Stephen Odell dem Handelsblatt.

Aus Sicht des Automanagers herrscht vor dem Start des Genfer Autosalons kommende Woche „eine Zweiteilung zwischen der wirtschaftlichen Realität und der steigenden Verunsicherung in Bezug auf Einkommen und Arbeitsplätze“. Es sei eine „gute Nachricht“, dass die Rettung Griechenlands mit dem jüngsten Hilfspaket die nächste Stufe erreicht habe. „Aber jetzt brauchen wir Wachstumsimpulse“, forderte Odell.

Ford rechnet mit einem Rückgang des Automarktes in Europa um acht Prozent im Jahr 2012. Im Januar schrumpfte die Nachfrage um mehr als sieben Prozent, im Februar sollen es sogar mehr als 13 Prozent gewesen sein. Der US-Autobauer rechnet inzwischen für 2012 mit einem Verlust im Europageschäft zwischen 500 bis 600 Millionen Dollar.

Im Jahr 2011 lag der Fehlbetrag bei 27 Millionen Dollar. Vergangenes Jahr kam Ford auf einen Marktanteil von acht Prozent. Das Unternehmen beschäftigt in Europa 66000 Mitarbeiter und betreibt inklusive Joint Ventures 22 Auto- und Komponentenwerke.

Europachef Odell fürchtet angesichts des Nachfrageeinbruchs die Folgen von Preiskämpfen. „Überkapazitäten gefährden jeden in der Branche, selbst wenn die eigenen Kapazitäten stimmen“, sagte Odell dem Handelsblatt. Ford will „Kapazität und Kosten weiter der Nachfrage anzupassen“, kündigte der Automanager an.

Branchenkenner wie das Beratungsunternehmen Pricewaterhouse-Coopers rechnen damit, dass die Produktionsauslastung der europäischen Autowerke im laufenden Jahr deutlich unter der Gewinnschwelle von 80 Prozent liegen dürfte. Die Hersteller blieben dann auf hohen Fixkosten sitzen.

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  • In den letzten Jahren wurden von allen Tariferhöhungen mindestens ein Prozent abgezogen, um keine Mitarbeiter entlassen zu müssen "Standortsicherung". Somit haben die Beschäftigten der Ford Werke einen erheblichen Reallohnverzicht erhalten. Zusätzlich wird durch das neue Gehaltssystem ERA bei jeder Neueinstellung ca.1.000Euro (Brutto) weniger gezahlt. Somit spart das Unternehmen bei jeder Neueinstellung mindestens 2.000Euro je Mitarbeiter an Kosten. Eine Betriebsrente wird für neue Mitarbeiter auch nicht mehr gezahlt. Durch Effektivitätserhöhung (z.B. Automatisierungen), Kostensenkungen und ständig steigender Verkaufspreise werden in Zukunft weitere Gewinne erwirtschaftet werden.

    Da mit der IG-Metall neue Tarifverhandlungen anstehen, versucht das Management wieder einmal Angst zu schüren. Wie immer. Krisenstimmung verbreiten, um Gewinne zu optimieren. Nur mit motivierten Mitarbeitern kann ein Unternehmen erfolgreich sein (siehe Audi). Ford schafft es erstaunlicherweise aber immer die Mitarbeiter weiter zu demotivieren.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Da fordern die Unternehmen jahrelang niedrigere Steuern und Abgaben - die Besteuerung von Unternehmen ist in Europa historisch niedrig. Dann kommt es zur großen Schuldenkrise, da die Staaten nicht mehr genügend Einnahmen haben. Und nun kommt von den Unternehmen die Antwort, man solle doch möglichst schnell sehen, wie man die Krise lösen könne. Vielleicht sollte man einfach mal die Unternehmenssteuern erhöhen? Ach nein, so war das nicht gemeint?

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