Steuereffekte
Dow Chemical macht überraschend Verlust

Im Schlussquartal hat der Chemiekonzern Dow Chemical überraschend Verluste gemacht. Schuld daran sind Sonderposten. Im Gesamtjahr erzielte das US-Unternehmen einen Umsatzrekord.
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New YorkDie Geschäfte des größten US-Chemiekonzerns Dow Chemical haben sich zum Jahresende hin eingetrübt. Unter anderem wegen schwacher Plastikgeschäfte und hoher Steuereffekte im Brasiliengeschäft rutschte der BASF-Rivale im vierten Quartal sogar überraschend in die roten Zahlen. Konzernchef Andrew Liveris sieht momentan noch keine Anzeichen für eine Verbesserung des Geschäftsumfelds - vor allem in Westeuropa.

Es waren laut Liveris insbesondere die Folgen der Schuldenkrise, die zur Eintrübung der Geschäfte in den Schlussmonaten führten. An der Börse kamen die Molltöne des Chemieriesen nicht gut an: Die Aktie büßte an der Wall Street 1,5 Prozent ein.

Manche Kunden seien unsicher gewesen und hätten erst einmal ihre Lagerbestände abgebaut, erklärte Dow-Chef Liveris am Donnerstag bei der Vorlage der Geschäftszahlen für die Monate Oktober bis Dezember. „Zeiten wie diese verlangten ein fokussiertes Vorgehen und Entschlusskraft.“ Pläne für Werksschließungen oder den Abbau von Arbeitsplätzen habe der in Midland im US-Bundesstaat Michigan ansässige Konzern aber nicht.

Vor allem in Westeuropa rechnet Dow Chemical kurzfristig noch nicht mit einer Aufhellung. „Wir erwarten keine deutliche Verbesserung im Marktumfeld im ersten Quartal des Jahres.“ Erst im zweiten Quartal und im restlichen Jahresverlauf werde die Erholung an Schwung gewinnen. Für die USA ist Dow Chemical da schon etwas zuversichtlicher. Gleichwohl kommt die für das Chemiegeschäft wichtige Baukonjunktur Liveris zufolge nicht vom Fleck.

Die Chemiebranche gilt als Konjunkturbarometer, da ihre Produkte praktisch in sämtlichen Industriezweigen nachgefragt werden. Die Auf- und Abschwünge der Wirtschaft spüren Chemieunternehmen daher schon sehr früh in ihren Auftragsbüchern.

Dow Chemical schrieb im vierten Quartal einen Verlust von 20 Millionen Dollar. Vor einem Jahr stand noch ein Gewinn von 426 Millionen Dollar in den Büchern. Hinter den roten Zahlen verbirgt sich ein Steuereffekt. Zwei Dow-Tochterfirmen in Brasilien hatten jahrelang Verluste geschrieben. Dow hatte gehofft, wenigstens deren steuerliche Verlustvorträge nutzen zu können, wenn dort endlich schwarze Zahlen geschrieben würden.

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Gewinn vor Sonderposten

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