Strategie: Ausbau von Beteiligungen an kommunalen Wasserver- und entsorgern
Gelsenwasser setzt auf Kooperationen

Deutschlands größter Wasserversorger Gelsenwasser will in den nächsten Jahren von der fortschreitenden Konsolidierung innerhalb der europäischen Wasserwirtschaft profitieren. Die ist vor allem in Deutschland zur Zeit fest in kommunaler Hand. So sind hier zu Lande etwa 6 000 Unternehmen in der Trinkwasserversorgung sowie rund 7 000 Anbieter in der Abwasseraufbereitung tätig.

mjh HB DÜSSELDORF. „Eine Zusammenführung beider Bereiche ist ökonomisch und ökologisch sinnvoll“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Gelsenwasser AG, Manfred Scholle, gestern vor Journalisten in Düsseldorf. Der frühere Chef der RWE Gas AG hatte sein Amt bei der ehemaligen Eon-Tochter am 1. August angetreten. Die finanziell nicht auf Rosen gebetteten Ruhrgebietsstädte Dortmund und Bochum hatten Gelsenwasser über ihre Stadtwerke im September 2003 für 830 Mill. Euro von Eon gekauft.

Scholle sieht in der Rekommunalisierung von Gelsenwasser durchaus Vorteile: „Unsere Aktionärsstruktur erhöht unsere Akzeptanz als Partner für Stadtwerke und Kommunen“, behauptet er. Auch die EU-Kommission plädiere in der Wasserwirtschaft – anders als etwa auf den Energiemärkten – nicht für eine Liberalisierung, sondern für eine Modernisierung. Privatfirmen haben am deutschen Abwassermarkt nur einen Anteil von vier Prozent, die Trinkwasserpreise sind mit die höchsten in der EU.

Die Strategie von Gelsenwasser zielt darauf ab, die Beteiligungen an kommunalen Wasserver- und entsorgern auszubauen. Kürzlich gründete Gelsenwasser ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Stadt Emmerich am Niederrhein. Bei der Privatisierung der Abwasserbetriebe von Braunschweig und Hildesheim 2005 wird Gelsenwasser mitbieten. Eine exaktes Umsatzziel für die nächsten Jahre gab Scholle nicht ab. „Wir werden das Wachstum aber aus eigener Kraft finanzieren können“, sagte er.

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